Eichhorn-Verfahren ist „ergebnisoffen“

Von: -vpu-
Letzte Aktualisierung:
9512268.jpg
Der Abriss der alten Papierfabrik Eichhorn in Kirchberg läuft. Foto: Wolters

Jülich. Die Stadtverordneten sollten „ohne psychologische Hemmnisse“ diskutieren und entscheiden können. Darauf machte Bürgermeister Heinrich Stommel zu Beginn der Jülicher Ratssitzung vor großem Auditorium aufmerksam, das sich zum größten Teil aus Menschen zusammensetzte, die in Kirchberg leben und/oder arbeiten.

Die Entscheidung über den Einstieg in die Bauleitplanung der von der Firma Eichhorn geplanten Erweiterung stand an und wurde letztlich – wie berichtet – mit Mehrheit auf den Weg gebracht.

Die Bürgerinitiative Zukunft Kirchberg war vom Ersten Bürger vorab gebeten worden, auf Transparente zu verzichten sowie von Applaus und Missfallensbekundungen abzusehen. Die BI hielt sich daran, sah aber im Sitzungssaal zahlreiche Eichhorn-Beschäftigte – Geschäftsführer Hellmuth Eichhorn vornweg – mit bedruckten Kappen: Da wurden „sichere Arbeitsplätze in Kirchberg“ beworben. Auf Bitten Stommels setzten die Unternehmens-Sympathisanten die Kopfbedeckung ab.

Argumente wurden im Stadtrat nicht mehr ausgetauscht, das war im Vorfeld erledigt worden. Der Grundkonflikt besteht weiter: Die Bürgerinitiative sieht in aus ihrer Sicht zu großen Bestandteilen der Planung die Lebensqualität bedroht und wünscht sich einen Alternativstandort auf der anderen Straßenseite. Das Unternehmen erklärt, dass dort, wo die Bagger derzeit die alte Papierfabrik abreißen, zu wenig Platz für die große Erweiterung mit Hochregallager und neuen Produktionshallen.

Der Einstieg in die laut Beigeordnetem Martin Schulz „ergebnisoffene“ Bauleitplanung fand eine Mehrheit. Die CDU sieht laut Peter Capellmann in einer Verweigerung des Verfahrens, das einen Kompromiss hervorbringen könnte, ein „fatales Signal“ für den Wirtschaftsstandort Jülich. Die FDP schloss sich an. Die SPD wünscht sich laut Harald Garding Erkenntnisse aus Gutachten und Einwänden im Verfahren und sieht Änderungschancen, denn: „Was bisher vorgestellt wurde, stellt uns nicht zufrieden.“

Die UWG Jül verweigerte – bei zwei Ausnahmen – die Zustimmung, weil sie laut Heinz Frey einen Kompromiss darin sieht, wenn im Bereich eines anderen Bebauungsplanes auf der anderen Straßenseite gebaut würde. Auch die Grünen blieben bei ihrem Nein. Die Abstimmung endete schließlich mit 25 Ja-Stimmen und 12 Nein-Stimmen sowie zwei Enthaltungen für den Aufstellungsbeschluss.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert