Eichhorn in Jülich-Kirchberg will groß erweitern

Von: Volker Uerlings
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So könnte der Kirchberger Ortseingang (Wymarstraße) aussehen, wenn die Vorstellungen des Wellpappenwerks Eichhorn Realität werden. Eine Brücke verbindet die Werksstandorte rechts und links der Ortseinfahrt. Animation: Fa. Eichhorn/Stadt Jülich

Kirchberg/Jülich. Das Wellpappenwerk in Kirchberg hat Erweiterungspläne vorgelegt, die in Bevölkerung und Politik teilweise auf Kritik stoßen: Zwischen „Gigantismus“ und Jobsicherung. Der Ausschuss erteilt keinen Freifahrtschein.

Das alteingesessene Unternehmen Carl Eichhorn Wellpappenwerke Kirchberg plant eine große Erweiterung seiner Produktionsstätten im Jülicher Stadtteil. Das Volumen von 90 Millionen Quadratmetern Wellpappe soll um 40 Millionen Quadratmeter gesteigert werden. Ein neues Logistikzentrum mit Wellpappenanlage befände sich gleich am Ortseingang und würde die Einfahrt nach Kirchberg optisch erheblich verändern.

Geplant ist auch eine Brücke über die Wymarstraße von der Fertigung in ein bis zu 40 Meter hohes Hochregallager auf der anderen Straßenseite. Der Jülicher Planungsausschuss hat die Aufstellung eines Bebauungsplanes zwar auf den Weg gebracht, aber sofort Bedenken gegen einzelne Punkte wie Brücke und Lagerhöhe festgeschrieben. Der Sitzung wohnten einige Dutzend Kirchberger bei, die ihren Unmut vor allem über die neue Optik zum Ausdruck brachten.

Die Stadtverwaltung habe die Pläne des Unternehmens „positiv begleitet“, legte Beigeordneter Martin Schulz dar, weil mit einer Erweiterung sowohl der Standort als auch die Arbeitsplätze gesichert würden. Eichhorn beschäftigt 88 gewerbliche Mitarbeiter, 54 Angestellte plus Auszubildende. Bei Realisierung der Pläne sollen bis 2020 stufenweise 30 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt werden.

Im Verfahren die Möglichkeit, Kritik und Anregungen anzubringen, über die der Stadtrat zu entscheiden habe. Bedenken gab es sofort von Seiten der Politik. Frank Bourguignon (FDP) monierte den „Gigantismus dieser Anlage“ und appellierte an die „Fürsorgepflicht des Unternehmers“. Er könne nicht verstehen, dass auf der einen Straßenseite ein Neubau geplant werde, während auf der anderen ein Altgebäude verfalle – gemeint ist die stillgelegte Papierfabrik.

Matthias Hoven (Jül) pflichtete bei: „So ein Ding am Ortseingang erweckt den Eindruck der Einfahrt in ein Gewerbegebiet.“ Vor allem die Brücke ist wohl ein Stein des Anstoßes, ohne die aber laut Martin Schulz die Planung keinen Sinn mache. Ein Kirchberger regte in der Sitzung an, ob nicht statt einer Brücke eine unterirdische Lösung gefunden werden könne.

Der Beigeordnete wollte keinen „Freifahrtschein“ erteilen, aber zugleich das Verfahren anstoßen, um nicht unnötig Zeit zu verlieren. Der Planungsausschuss möchte mit einem Unternehmensvertreter über die beanstandeten Punkte sprechen: Dimension des Hochregallagers, Notwendigkeit der Brücke und den unschönen Zustand im Bereich der alten Papierfabrik. Nötigenfalls soll zu diesem Zweck auch eine Sondersitzung des Ausschusses einberufen werden.

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