Jülich - Eichhorn-Erweiterung: Politik wartet auf Gutachten

Eichhorn-Erweiterung: Politik wartet auf Gutachten

Von: Volker Uerlings
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Jülich. Von einer Entscheidung über die geplante Erweiterung der Eichhorn Wellpappenwerke im Stadtteil Kirchberg ist die Jülicher Politik noch ein ganzes Stück entfernt. Und seit Montag ist niemand wirklich ein Stück weiter.

Der vom Unternehmen beabsichtigten Ausbau um ein Logistikzentrum mit Hochregallager stand zwar zur Beratung auf der Tagesordnung des Planungsausschusses unter Vorsitz von Christian Klems (Jül). Die Verfahren drehen aber weiter eine Warteschleife, weil zur Beurteilung eine ganze Reihe von Gutachten notwendig sind, die allesamt noch nicht vorliegen.

Klar wurde der Widerstand gegen markante Teile der Firmenpläne. Allein rund 150 Bedenken wurden von Bürgern und Institutionen bei der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Bebauungsplan vorgetragen; in Rede stehen aber auch Flächennutzungsplanänderungen. Der Planungsausschuss hat nun einen Fingerzeig gegeben: Bei den Gutachten sollen neben den beantragten Bauten auch Alternativen untersucht werden. Zum Beispiel ein Hochregallager von maximal 28 Metern Höhe und als alternative zur Industriebrücke über die Straße ein Tunnel, der den Produktions- mit dem gewünschten Lagerstandort verbindet. Dieser Antrag wurde von Erich Gussen (CDU) gestellt und einstimmig angenommen.

In früheren Diskussionen hatte das Unternehmen Hochregallager-Dimensionen von 35 bis 40 Metern als Minimalmaße zum wirtschaftlichen Betrieb angeführt. Auch eine Tunnellösung sei schon untersucht worden, aber erheblich teurer als eine Brücke, hatte die Eichhorn KG argumentiert.

Sie will sich nach eigenen Angaben marktgerecht aufstellen, um die immer stärker nachgefragte „Just-in-time“-Lieferung gewährleisten zu können und über Jahre rund 50 Millionen Euro in den Standort Kirchberg investieren. Auch die Schaffung zusätzlicher Arbeitskräfte wurde angekündigt.

Zahlreiche Zuschauer in der Ausschusssitzung erlebten, dass die vorgetragenen Einwände und Anregungen en bloc „zur Kenntnis genommen“ wurden, aber nicht im Detail diskutiert. „Wir können erst werten, wenn Gutachten vorliegen“, sagte Martina Gruben (SPD) und sprach für viele. „Und wir brauchen dann eine Sondersitzung nur zu diesem Thema, weil die Meinungen sehr unterschiedlich sind“, zeigte Peter Capellmann (CDU) auf, dass sich der Fachausschuss mit der Eichhorn-Erweiterung demnächst „abendfüllend“ befassen muss.

Beigeordneter Martin Schulz erläuterte, dass einige Expertisen in Bearbeitung seien. Sie müssen unter anderem die Auswirkungen der Eichhorn-Pläne auf das Orts- und Landschaftsbild, den Artenschutz im FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat), den Verkehr, den Lärm und auch den Boden untersuchen.

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