Jülich - Ehrenring für Dr. Peter Nieveler: Eine Auszeichnung trotz „Fehltritt“

Ehrenring für Dr. Peter Nieveler: Eine Auszeichnung trotz „Fehltritt“

Von: Volker Uerlings
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Bürgermeister Axel Fuchs verlieh Dr. Peter Nieveler den 27. Ehrenring der Stadt und überreichte Elfriede Nieveler einen Blumenstrauß. Foto: Uerlings

Jülich. Dr. Peter Nieveler (82) schätzt das klare Wort. Der letzte ehrenamtliche Bürgermeister der Stadt Jülich dankte dem hauptamtlichen Bürgermeister Axel Fuchs und dem Stadtrat nach der Verleihung des Ehrenringes an ihn in der voll besetzten Schlosskapelle der Zitadelle. Er war am Donnerstag einen Moment sehr ergriffen. Dann ging er bewusst in die Offensive und fragte sich öffentlich: „Womit hast Du denn den Ring verdient?“ Immerhin falle ihm spontan „ein Fehltritt“ ein!

Man kann schon sagen, das ist „typisch Nieveler“, denn er machte selbst zum Thema, was ihm seit über 20 Jahren vorgeworfen wurde und von manchem noch wird: Er sei bei der Entscheidung pro oder contra Landesgartenschau „umgefallen“ und habe ihr so den Weg bereitet. Nieveler beschrieb seinen „Fehltritt“ so: „Ich habe gesagt ,Mit mir als Bürgermeister wird es keine Landesgartenschau geben‘. Das war nicht nur Populismus, das war auch ein Irrtum.“ LaGa-Gegner haben ihm das lange nicht verziehen, und so drehte die verdiente Würdigung von Nievelers unzweifelhaftem Engagement auf allen gesellschaftlichen Ebenen Ehrenrunden. Jetzt war die Zeit offenbar reif. Peter Nieveler: „Der Rat hat ja mit Mehrheit beschlossen, und der Rat ist das klügste Gremium einer Stadt.“

Nievelers Wirken ist ebenso beständig wie vielschichtig. Axel Fuchs sah sich in seiner Laudatio kaum in der Lage, alle Vereine und Tätigkeiten lückenlos aufzuzählen, weil die Liste unfassbar lang ist. Jedenfalls habe sich der „waschechte Muttkrat“, der im südlichen Stadtteil Selgersdorf zu Hause ist, in fast allen Bereichen besondere Verdienste erworben, die laut Satzung ehrungswürdig sind: auf politischer, sozialer, kultureller, heimatpflegerischer, sportlicher Ebene und in der Kommunalverwaltung.

Bei allen Aktivitäten im Karneval, Schützenwesen, in Kirchengremien, Geschichts- und Fördervereinen sowie der Jülicher Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz stechen drei Punkte heraus: Peter Nieveler hat als CDU-Fraktionschef und Bürgermeister über mehr als eine Dekade die Politik in der Herzogstadt maßgeblich beeinflusst. Nach dem Abschied von diesen Ämtern wurde er 1999 für vier Jahre ehrenamtlicher Geschäftsführer des Brückenkopf-Parks und verantwortete laut Axel Fuchs „die Umgestaltung der Landesgartenschau 1998 in einen bewirtschafteten Freizeitpark“ und leistete wichtige Grundlagenarbeit.

Der frühere Lehrer und stellvertretende Leiter des Mädchengymnasiums Jülich (1964 bis 1997) habe sich darüber hinaus als Redner und Autor vor allem regionalhistorischer Schriften einen Namen gemacht.

Der 82-jährige Geehrte gestand: „Ich freue mich, bin sogar stolz auf den Ring und bin auch gerührt.“ Er dankte vielen Mitstreitern, aber vor allem seiner Frau Elfriede, mit der er seit 55 Jahren verheiratet ist: „Sie hat das alles ertragen.“ Zur Familie zählen drei Töchter und sieben Enkel.

Das Publikum gratulierte dem Ehrenringträger mit Standing Ovation. Die Sondersitzung des Stadtrates gestalteten Susanne Trinkaus, Ulrike Zavelberg, Roswitha Kuhnen und Hans-Otto Horch musikalisch.

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