Ehrenamtler gesucht: Jülicher Vermittlungsstelle geht in Offensive

Von: Volker Uerlings
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Die Jülicher Freiwilligen-Vermittler auf dem Weg zum Freiwilligenzentrum (von links): Karl Lohmer, Ruth Tavernier-Schwab und Stefan Nicolai. Zum Team gehört auch Gisela Krott. Foto: Uerlings

Jülich. Freiwillige vor! Was in früheren Jahrhunderten beim Militär ausnahmsweise den Tanz aus der Reihe gestattete, ist auch heute von Staats wegen unerlässlich, aber zum Glück ein Appell und kein Befehl. Viele Bereiche des gesellschaftlichen Lebens wären ohne Freiwillige und Ehrenamtler nicht zu stemmen oder zu finanzieren. Das weiß die Freiwilligen-Vermittlung Jülich allzu gut, denn sie hat nun zehn Jahre Erfahrung.

„Der Staat zieht sich immer mehr zurück“, bringt es Ruth Tavernier-Schwab auf einen Nenner. Sie gehört wie Karl Lohmer, Stefan Nicolai und Gisela Krott zum Team, das die Vermittlung koordiniert. Sind das denn viele? Durchaus. 106 Ehrenamtler sind registriert, ebenso 152 Einrichtungen, die Freiwillige einsetzen können und wollen. Karl Lohmer relativiert ein wenig: „Gut 50 Prozent werden regelmäßig abgerufen.“

Da geht es um Hausaufgabenhilfen, um die Begleitung des Senioren-Spaziergangs, Lesepaten, Singen im Altenheim, Hilfestellungen für Menschen mit Handicap – ein weites Feld. „Die Nachfrage steigt, auch in Jülich, aber wir werden nicht immer gefunden“, sagt Karl Lohmer und erklärt damit auch, warum sich die Freiwilligen-Vermittlung künftig breiter aufstellen wird. Nicht jeder, der Hilfe braucht, weiß auch, an wen er sich wenden kann und sollte. Gerade in Jülich und dem Nordkreis gibt es zahlreiche freiwillige und ehrenamtliche Angebote, denen allerdings eine gemeinsame Plattform fehlt. In anderen Städten finden sich zum Beispiel gleich auf den Internetseiten der Kommunen übersichtliche und benutzerfreundliche Wegweiser, in Jülich fehlt das. „Obwohl in dieser Stadt wirklich viel von der Verwaltung auf dem Ehrenamt-Sektor getan wird“, fügt Lohmer hinzu.

Das Mittler-Quartett hat nun zum zehnjährigen Bestehen Großes vor. Zum einen firmiert die Einrichtung unter dem Dach der Caritas im Altenheim St. Hildegard um in Freiwilligen-Zentrum und wird den Arbeitsbereich verbreitern. So sollen Freiwillige und Einrichtungen stärker beraten und in einer „Ideen-Werkstatt“ Anregungen für das bürgerschaftliche Engagement gesammelt werden.

Zentrales Anliegen ist in den nächsten Wochen die Einrichtung eines „Marktplatzes für Bürgerengagement“. Auf einer Internetseite soll dieser virtuelle Markt sowohl Hilfssuchende als auch Freiwillige zusammenbringen – und zwar kostenlos.

Das soll sich nicht nur auf die Klientel des künftigen Freiwilligenzentrums beschränken, sondern steht auch anderen Einrichtungen offen.

Zuvor will das Freiwilligen-Team eine Arbeitsgemeinschaft gründen, der sich alle ehrenamtlichen Initiativen im Jülicher Land anschließen können. „Eine Vernetzung wäre sinnvoll, aber im Moment sehen wir sie nicht. Deshalb schlagen wir eine Arbeitsgemeinschaft vor“, untermauert Karl Lohmer.

Natürlich werden nach wie vor Mitstreiter gesucht, die sich freiwillig engagieren möchten. Bislang sind das vorwiegend Senioren, aber auch einige FH-Studenten oder Schüler gehören dazu. Wer Interesse hat, melde sich unter Telefon 02461/622-6400 oder per Mail an info@fwz-juelich.de.

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