Ehrenamtler bringen Friedhof in Schuss

Von: Silvia Jagodzinska
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Ehrenamtlereinsatz auf dem entwidmeten alten Friedhof in Rödingen: Mitglieder aus Kirchenvorstand, Messdiener- und Schützenbruderschaft legen in ihrer Freizeit kräftig Hand an und stellen Gerätschaften zur Verfügung. Foto: Jagodzinska

Rödingen. Ein Ehrenamtlerteam aus Kirchenvorstand, Messdienern und Schützenbruderschaft sowie Gönnern brachte mit der Einebnung und Begrünung der nordöstlichen ehemaligen Gräberfläche die geplanten Baumaßnahmen um die neugotische Pfarrkirche St. Kornelius Rödingen bis auf weiteres zum Abschluss.

Weit über ein Jahr nahm die Neueindeckung des Kirchendaches in Anspruch. Aus Kostengründen musste die vom Denkmalschutz geforderte Neubelegung des Hauptdaches mit Schiefer auf weniger attraktive Tonziegel reduziert werden.

Weiterhin koordinierte das Bistum Aachen mit Fachfirmen die Dachreparatur des Kirchturmhelmes, die Instandsetzung der Fugen auf der Wetterseite und die Reparatur des Geläuts. Im Anschluss standen Säuberungsarbeiten an, die verwilderte Begrünung wurde beigeschnitten und entwurzelte Bäume entsorgt.

Denkmäler entfernt

Einige hoch gewachsene Sträucher und Bepflanzungen ehemaliger Gräber des 1972 entwidmeten alten Kirchenfriedhofs mussten weichen. Abgebaut wurde das baufällige und im Jahre 1867 errichtete gusseiserne Missionskreuz in der Südostecke. Um der Verschrottung zu entgehen, zerlegten es die Ehrenamtler und ließen die brauchbaren Teile aufarbeiten. Auf einem neuen Fundament in der gegenüberliegenden Friedhofsecke fand es seinen neuen Platz. „Wegen mangelnder Standfestigkeit mussten wir die verlassenen Denkmäler entfernen”, bedauert Koordinator Gebhard Gerken.

Neu fundamentiert und wieder befestigt wurde hingegen der abgesackte Grabstein auf der Ruhestätte dreier zwischen 1954 und 1956 verstorbener Ordensschwestern. Anwohner beteiligten sich an der Aufarbeitung. Mit schwerem Gerät wurden die Fundamente vieler Gräber entfernt, über 60 Tonnen Betonsteinreste abgefahren und entsorgt.

Nach Räumung des größten Teils der bereits abgelaufenen Gräber wurden die frei gewordenen Flächen mit Mutterboden verfüllt, begradigt und mit Rasen eingesät. Den größten Teil des benötigten Erdreichs lieferte RWE Power kostenlos an, ein Häuslebauer aus der Kirchennachbarschaft unterstützte die Aktion.

Positive Resonanz und einige Spenden waren der Lohn der Ehrenamtler, doch auch kritische Stimmen zur Abräumung der Gräber wurden laut.

Parkähnliches Aussehen

Nach Beschluss des Kirchenvorstandes mit Pastor Dieter Telorac soll der Friedhof zur Reduzierung der Pflegeaufwendungen einmal ein parkähnliches Aussehen erhalten. Hintergründe sind die Kürzung der Schlüsselzuweisungen durch das Bistum sowie umweltverträgliche Aspekte bei den Pflegemaßnahmen. Solange sie gepflegt werden, bleiben vorhandene Gräber auch bei bereits abgelaufenen Ruhefristen zur Wahrung des Friedhofscharakters erhalten.

Die Rasenfläche sieht Gerken als ehrwürdige Gedenkstätte für Hinterbliebene. „Damit sich Friedhofsbesucher in der neu geschaffenen Umgebung erholen und die Ruhe genießen können”, würde sich der Kirchenvorstand über die Schenkung einer Parkbank freuen. Zu den ehemals mindestens 200 Gräbern auf dem alten Friedhof zählen vier Priestergräber, die Messdienerbetreuer Josef Porta besonders am Herzen liegen. Er lief schon als Kind um das damals umzäunte Grab von Pfarrer Peter Schumacher, der die Kirche, „so wie sie ist, erbaut hat”, so Porta. Eine Folie auf den Priestergräbern mit ansehnlichen Pflanzenkübeln soll künftig den Unkrautwuchs stoppen und die Pflege erleichtern.
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