Ehemalige Aldenhovener Barock-Altar steckt voller Geheimnisse

Von: gre
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Die geschichtliche und kunsthistorische Bedeutung des Altars des ehemaligen Kapuzinerklosters Aldenhoven stellte Heinz-Theo Frings (r.) im Rathaussaal vor. Interessierte Zuhörer sind Bürgermeister Ralf Classen (v.l.) und Professor Günter Bers als Initiator der Publikation.

Aldenhoven. Seit einigen Jahren steht der Hauptaltar der Hehlrather Pfarrkirche im Fokus geschichtlicher und kunsthistorischer Untersuchungen. Seit seiner Pensionierung befasst sich der ehemalige Studiendirektor Heinz-Theo Frings aus Eschweiler mit diesem Kunstwerk, das ihn schon in seiner Zeit als Messdiener fasziniert hat.

Die Jülicher Josef-Kuhl-Gesellschaft hat sich dieser Sache angenommen, als die ersten Erkenntnisse gewonnen wurden, dass der Altar einst im ehemaligen Kapuzinerkloster in Aldenhoven aufgestellt war. Professor Günter Bers hatte dann auch den Laien-Historiker Heinz-Theo Frings gebeten, seine Forschungsergebnisse in die Gesamtwerke der Jülicher Geschichte einzureihen, als nunmehr 14. Werk über Aldenhoven.

Günter Bers eröffnete am Dienstag im Rathaussaal die Vorstellung dieser Publikation, die ein bemerkenswert großes Interesse – insbesondere von Gästen aus dem Raum Kinzweiler und Hehlrath –, aber auch von Bürgermeister Ralf Claßen fand. Professor Bers betonte die enge Verbindung der Jülicher Geschichte mit dem Ort Aldenhoven, dessen zentralörtliche Bedeutung vor und nach dem Beginn der Wallfahrten hoch gewesen sei. Durch das Auffindung des Gnadenbildes 1654 habe der Ort sich sehr stark entwickelt.

Wegen der vielen Pilger, die in der Folgezeit nach Aldenhoven strömten, habe der Kapuzinerorden hier 1665 ein Kloster gegründet. Die kleine Klosterkirche wurde 1718 geweiht. Schon 1797 wurde das Kloster wieder aufgelöst und das Inventar im Zuge der Säkularisation zwangsversteigert.

Die Recherchen von Heinz-Theo Frings ergaben, dass der mächtige Barock-Altar auf Umwegen nach Hehlrath gelangte.

Nun interessierte ihn die kunsthistorische Herkunft und Bedeutung des Altars, die ihn schließlich zur Antwerpener oder flämischen Schule führte.

War Rubens beteiligt?

Motivgeschichtliche Darstellungen von Mariä Himmelfahrt deuteten auf Peter Paul Rubens und dessen Zeitgenossen Jakob Jordaens hin. Besonders die Art der Darstellung der Frauen und der Blumen auf dem Bild ließen dies bei vergleichenden Betrachtungen erkennen. Ein weiterer Anhaltspunkt für den Historiker war die Verbindung des Kapuzinerklosters zum Jülicher Fürstenhaus, zum Kurfürsten Johann Wilhelm II. und dessen kinderlos gebliebenen Ehen mit Maria Anna Sophia von Österreich und mit Anna Maria Luisa de Medici. Frings vermutet in der Darstellung der Frauen auf dem Altarbild die beiden kurfürstlichen Ehegattinnen als Stifterinnen des Altarbildes.

Recherchen ergaben, dass der künstlerisch begabte Kapuzinerpater Damian damals am kurfürstlichen Hof in Düsseldorf tätig war und vom Kurfürsten gefördert wurde. Vermutlich habe dieser das unfertige Votiv-Bild aus der Antwerpener Schule weiter bearbeitet und vervollständigt oder aber kopiert hat.

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