Jülich - „Eau de Juliacum“ besser als Mineralwasser

„Eau de Juliacum“ besser als Mineralwasser

Von: Thomas Mauer
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Zufrieden verlässt Bereichsleiter Andreas Kayser eine der Pumpenanlagen im Wasserwerk. Foto: Mauer
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Mächtige Rohre: Die Stadtwerke erneuern das insgesamt etwa 250 Kilometer lange Leitungsnetz ständig. Foto: Mauer

Jülich. Tropf... tropf... tropf – wer kennt es nicht, das nervtötende Geräusch eines tropfenden Wasserhahns. Dagegen wirkt das morgendliche Duschen belebend und erfrischend. Und wenn wir die WC-Spülung betätigen, erwarten wir rauschendes Wasser. Und woher kommt das alles? Und warum können die Menschen in Jülich bedenkenlos Wasser aus ihrer Leitung trinken?

„Das Wasser in Jülich ist hervorragend“, erklärt Herr Kayser von den Stadtwerken. Herr Kayser heißt Andreas und ist als Abteilungsleiter unter anderem für das Wasserwerk und die Bäder der Stadtwerke zuständig. Seine Begründung kommt sofort: „Das Wasser in Jülich kommt aus großer Tiefe.“ Damit ist guter Geschmack garantiert. Das ist seit über 100 Jahren so, denn bereits 1902 wurde das Wasserwerk an der Römerstraße in Betrieb genommen. Drei Tiefbrunnen gibt es, die alle im verlängerten Ulmenweg zu finden sind. Zwei der Brunnen stammen aus den 80er Jahren, der neueste wurde vor fünf Jahren gebohrt.

Das kühle Nass entnehmen die Stadtwerke aus einer Tiefe von 140 Metern. Die Brunnen gehen runter bis auf 200 Meter Tiefe. Ein unterirdischer Zulauf versorgt sie ständig mit Nachschub. Diese sogenannten Tiefbrunnen bieten den Vorteil, dass jegliches Oberflächenwasser diese Tiefe nicht erreicht. Damit haben zum Beispiel Nitrite und Nitrate aus der Felderdüngung keine Chance. Trotzdem ist Andreas Kayser und seine Abteilung bestens auf etwaige Störfälle gerüstet und kann im Bedarfsfall eingreifen. „Der Rohwasserspiegel liegt dort, wo wir unser Wasser entnehmen, etwa vier Meter unter dem Meeresspiegel“, berichtet Andreas Kayser. „Das Einzige, was wir aus unserem Wasser herausfiltern müssen, ist Eisen.“ Wenn also die fünf Meter lange Pumpe das Wasser mit hohem Druck nach oben fördert, muss es nur wenige Filterstufen durchlaufen, um als Trinkwasser in die Versorgungsleitungen der Stadtwerke zu schießen.

Tag und Nacht kommen durchschnittlich 300 Kubikmeter pro Stunde „auf Besuch“ ins Wasserwerk. In der ersten Filterstufe wird Luft ins Wasser gepumpt und werden die Eisenmoleküle so aufbereitet, dass sie im anschließenden Sandfilter hängenbleiben. Diese Prozesse unterliegen einer ständigen Prüfung. Vorschriftsmäßig gehört zur Kontrolle des Wassers unter anderem auch die Prüfung der Radioaktivität. Bislang sind diese Überprüfungen immer zufriedenstellend verlaufen, wie Andreas Kayser betont. Das Reinwasser unterliegt einer wöchentlichen Kon­trolle. „Unser Wasser ist besser als Mineralwasser“, lautet sein Urteil über das „Eau de Juliacum“. Ständig kontrolliert wird unter anderem auch der pH-Wert, der sich im mittleren Bereich befindet und damit das lebenswichtige Nass für den menschlichen Organismus verträglich macht.

In den Wasserwerkhallen ist man auf alle Eventualitäten vorbereitet. Das bedeutet ständig verfügbare Ersatzturbinen, Ersatzkreisläufe bei Filterstörungen und eine gasbetriebene Notfall-Turbine. Als Reserve werden ständig 5000 Kubikmeter Wasser in zwei Tiefbehältern auf Vorrat gehalten. Sollte irgendwo etwas ausfallen, die Bewohner würden es bei ihrem Wasserkonsum nicht merken. Mit über sechs Bar Druck pumpen die Stadtwerke das Reinwasser in die mittlerweile dunkelblauen Leitungsrohre, die im Stadtgebiet für die Verteilung sorgen. Insgesamt liegen etwa 250 Kilometer dieser Rohre in Jülichs Erde. Ständig werden sie kontrolliert und bei Bedarf ausgetauscht. „Es liegen nur noch wenige Meter gusseiserne Rohre, die wir nach und nach austauschen.“ Heute verwendet der Versorger Kunststoff-Rohre aus Polyethylen der neuesten Generation.

All diese Leistungen kosten 1,50 Euro pro Kubikmeter. Die für den Menschen lebensnotwenige Flüssigkeit ist in Jülich von sehr guter Qualität und kostet nicht so viel.

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