Durch Ice Bucket Challenge eigene Krankheit entdeckt

Von: Kr.
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Der Computer und das Internet sind für Bruno Schmidt in den vergangenen Wochen sehr wichtig geworden. So hält er Kontakt zu anderen Betroffenen und tauscht sich mit ihnen aus. Foto: Kròl

Gereonsweiler. Reihenweise schütteten sich nicht nur Prominente im vergangenen Sommer Eiskübel über die Köpfe. Sie machten das nicht zum Spaß, sondern haben mit der Ice Bucket Challenge einen guten Zweck verfolgt.

Sie hatten das Ziel, auf die äußerst seltene, aber tödlich verlaufende Muskelerkrankung Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) aufmerksam zu machen und Gelder für Forschungsprojekte, eine bessere Versorgung der Betroffenen und ihre finanzielle Unterstützung aufzutun.

Auch Bruno Schmidt aus Gereonsweiler – 49 Jahre alt, verheiratet und Vater einer Tochter – verfolgte diese Aktionen in den Medien. An einem Abend sah er eine Sendung über ALS und da kam zum ersten Mal der Gedanke auf: „Komisch, das sind die gleichen Symptome, die ich auch habe.“

Im Januar 2013 hatte der begeisterte Radsportler einen Fahrradunfall erlitten. Kurz darauf bemerkte er erste Muskelzuckungen in den Armen. Dies tat er als Folge des Unfalls ab, doch als die Muskelzuckungen ein Jahr später immer noch da waren, suchte er einen Arzt auf. Es folgten zahlreiche Untersuchungen, aber auch die vorläufige Diagnose tat er noch mit dem Gedanken ab: „Das ist eine seltene Krankheit. So etwas habe ich nicht.“ Doch seit dem 19. Dezember 2014 besteht die traurige Gewissheit: Bruno Schmidt leidet an Amyotropher Lateralsklerose.

Lässt nichts unversucht

Es dauerte seine Zeit, bis er und auch seine Familie die Bedeutung dieser Diagnose begriffen und verarbeitet hatten. Unterstützung fanden sie bei einer Psychologin. Auch Ergo- und Physiotherapie sind fester Bestandteil seines Lebens geworden. Nach wie vor ist er täglich mit seinem Fahrrad unterwegs. Noch geht es Bruno Schmidt gut. Er hat sich fest vorgenommen, zu kämpfen und sich seiner Krankheit zu stellen. „Ich will alles darüber wissen. Ich will wissen, was auf mich zukommt. Ich weiß, dass es nur noch bergab geht, doch meine Vision ist es, das Gegenteil zu beweisen“, sagt er und lässt nichts unversucht.

So hat er seine Ernährung komplett umgestellt, baut auf Vitamine und setzt seine Hoffnung auch in ein neues Medikament namens GM6, für dessen schnellere Zulassung er Unterschriften sammelt. Bruno Schmidt surft nun auch oft im Internet. Über Facebook hält er Kontakt zu anderen Betroffenen sowie dem Verein „ALS – der Wunsch zu leben“. Mittlerweile hat Bruno Schmidt sogar eine eigene Homepage, auf der er über seinen Kampf gegen diese Krankheit ausführlich berichtet.

Und noch etwas möchte der 49-Jährige tun. Er will sich für andere einsetzen und wird deshalb im Sommer eine eigene ALS Challenge starten. Am 22. August wird der passionierte Radfahrer zu einer rund 700 Kilometer langen Tour aufbrechen. In Frankfurt geht es los, auf dem Weg Richtung Gereonsweiler will er ALS-Betroffene besuchen. Begleitet wird Bruno Schmidt auf seinem Weg nicht nur von etwa 14 Helfern und Freunden, mit dabei wird auch der Filmemacher Lars Pape sein. Zwei Dokumentarfilme über diese Krankheit von 45 und 90 Minuten sollen auf diese Weise entstehen und die Krankheit ins Bewusstsein der Menschen bringen.

Außerdem ist ein kurzer Film fürs Frühstücksfernsehen bei SAT 1 vorgesehen. Geplant sind weiterhin auf der ganzen Wegstrecke Aktionen und Events, um Aufmerksamkeit auf die Krankheit ALS zu lenken und dabei Spenden zu sammeln. Schnelle und unbürokratische Unterstützung sollen damit die Kranken und ihre Familien erfahren, die durch ALS in Not geraten sind und dringend Hilfe benötigen.

Mit seinem Team, zu dem natürlich auch Frau und Tochter gehören, arbeitet er zurzeit auf Hochtouren an der Planung der Challenge. „Ich habe viele Betroffene kennengelernt, die dringend Hilfe benötigen. Wenn ich da etwas bewirken könnte, würde es mich sehr glücklich machen“, sieht Schmidt hoffnungsvoll in die Zukunft.

Weitere Informationen zu Bruno Schmidt, seinen Vorhaben und über seine Krankheit gibt es unter www.alleliebenschmidt.de oder auch www.als-verein.de.

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