Durch das Jülicher Rübenfeld rollt kein Golfball

Von: ojo
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Nach hoffnungsvollem Start und sechsjährigen Verhandlungen halten Frank Drewes (l.) von der SEG und Investor Uli Paetzel nur ein Stück Papier vom Golfplatz-Projekt in den Händen. Foto: Jonel

Jülich. Die Spatzen pfiffen es schon von den Dächer, als noch der letzte Funken Hoffnung glimmte. Der ist jetzt ebenfalls endgültig verlöscht. „Der Golfplatz kommt nicht zustande. Wir waren nicht in der Lage, mit einem Landwirt überein zu kommen.”

Bernd Drewes, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft Jülich, stand beim Verkünden der „nicht positiven Nachricht” das Bedauern ins Gesicht geschrieben.

Das ambitionierte Projekt vor den Toren der Stadt wird ein hübscher Plan auf Papier bleiben. Uli Paetzel, Geschäftsführender Gesellschafter der Konzept Golf GmbH, der mit seinem Partner Werner Hamacher in Jülich eine Neun-Loch-Anlage mit Driving Range verwirklichen wollte, lässt die unvollendete Geschichte noch einmal Revue passieren.

Nach den ersten Verhandlungen mit der Stadt Mitte 2003 rückten nach drei Jahren die Verhandlungen mit fünf Bauern und Pächtern in den Vordergrund. Ihnen gehört ein Viertel des 32 Hektar umfassenden Geländes zwischen Stadteingang, Brückenkopf-Park und Rurauenstraße. „Im Mai 2009 wollte ich die Verträge von den Bauern unterschreiben lassen.” Vier waren dazu bereit. „Einer aber sagte: Das mach´ ich nicht! Einfach so.” Es war der Sargnagel des Projekts, wie Paetzel erklärte. „Das war für uns der Anlass, uns nach einer anderen Anlage umzusehen.”

Paetzel, der die Kooperation mit der Stadt und der Stadtentwicklungsgesellschaft in den höchsten Tönen lobt, ist nach wie vor überzeugt von dem gescheiterten Konzept. Die Neun-Loch-Anlage mit dem Abschlagsplatz habe von ihrem „Vater”, dem Golfplatzarchitekten Kurt Rossknecht, das Attribut „wunderschön” erhalten.

Paetzel selbst schwärmt von einer „idealen Lage”. Schier unbegreiflich sei ihm, wie jemand das Angebot ausschlagen konnte, das im der Investor letztlich unterbreitet hatte. Abgesehen von üppigem Landtausch „hatten wir dem Bauern fast das Doppelte des Pachtpreises angeboten, der in Köln üblich ist”.

Das Aus des Golfplatzplans ist nicht mit eine Händeabwischen getan. „In den vergangenen sechs Jahren habe wir rund 70.000 Euro an reinen Kosten - ohne die Arbeitszeit zu berechnen - in das Projekt gesteckt”, verdeutlicht Paetzel die finanzielle Seite. Dagegen ist die Verlustrechnung der Stadt Jülich geradezu erträglich. Sie besteht aus der Arbeitsleistung der Ämter und der SEG.

Die Jülicher Anlage sollte ursprünglich Bestandteil eines Dreierbundes werden, den Paetzel mit seiner Übungsanlage und der gemeinsam mit seinem Partner Hamacher betriebenen 27-Loch-Meisterschaftsanlage Dolomitengolf Osttirol bilden wollte. Nach dem Scheitern in Jülich wandte sich der Frechener einem anderen Projekt zu. Mit der Golfburg Konradsheim in Erftstadt wurde Anfang dieses Jahres ein Jülich-Ersatz von doppeltem Investitionsvolumen gefunden.

Die Frage, ob aus dem Fall Jülich Lehren gezogen werden können, verneint der Geschäftsmann Paetzel. „Selbst mit einem Vorvertrag wäre so was nicht zu verhindern.”

Bernd Drewes bleibt ein Freund der Golf-Idee. „Wenn man an die Fläche zu einer vernünftigen Pacht käme, hätte das Projekt sicherlich Erfolg.”

Den wünscht Paetzel jedem - und hakt das Kapitel Jülich für sich ab.
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