Jülich - Dukes auf dem „Zwölfer“-Platz?

Dukes auf dem „Zwölfer“-Platz?

Von: Volker Uerlings
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Insgesamt fast 60 Zuhörer – vorwiegend von den Jülich Dukes – verfolgten die Diskussion im Jülicher Fachausschuss. Foto: Uerlings

Jülich. Der Vorschlag birgt Zündstoff: Können die händeringend nach einer neuen Heimat suchenden Baseball-Teams der Jülich Dukes den derzeit größtenteils verwaisten Rasenplatz des Fußballklubs SV Jülich 1912 übernehmen?

Mit dieser Frage beschäftigte sich der Jülicher Fachausschuss am Dienstag vor großem Publikum. Weit über 50 Gäste verfolgten die öffentliche Sitzung, vorwiegend von den Dukes, aber auch von den anderen möglicherweise betroffenen Vereinen wie Jülich 12, Jülich 10/97 und vom Reiterverein Jan von Werth. Ein Ergebnis gibt es noch nicht, Absichtserklärungen in großer Menge.

Den Vorschlag darf man nun nicht als geplante „feindliche Übernahme“ verstehen, sondern als Beweis einer unrichtigen Behauptung. Das erläuterten für die antragstellende CDU Alfred Hermes und Lambert Schmitz. Die Verwaltung hatte argumentiert, dass es Flächen in der von den Dukes benötigten Größe im städtischen Besitz nicht gebe.

Hermes: „Doch siehe da: Der Zwölfer-Platz mit Wäldchen würde passen!“ Der stark wachsende Baseballverein mit etlichen Senioren- und Jugendteams im Spielbetrieb, die in höhere Ligen streben, hatte zunächst von 40 000 m2 gesprochen, inzwischen den Bedarf aber auf etwa 30 000 m2 zurückgeschraubt. Das sei die „abgespeckte Version“, wie Dukes-Vorstandsvertreter Rolf Greven darlegte.

Die Union, die ihren Antrag am 30. April eingereicht hatte, der aber erst wenige Minuten vor der Sitzung allen anderen Parteien zur Kenntnis gebracht wurde, argumentiert mit Synergien. Denn auf dem „Zwölfer“-Areal seien Sanitäreinrichtungen und mehr bereits vorhanden. Außerdem besteht die direkte Nachbarschaft zum Jugendgästehaus. Das wäre von Vorteil, da die gegnerischen Mannschaften der Dukes oft aus der Ferne anreisen und in Jülich übernachten müssten.

Lambert Schmitz konkretisierte eine weitere Bedingung: Die Dukes müssten für alle Kosten selbst aufkommen, weil die Stadt kein Geld habe und auch anderen Vereinen finanzielle Absagen erteilt habe. Die Union konzentrierte sich aber nicht nur auf den heutigen Platz von Jülich 1912, sondern forderte die Verwaltung auch zur Suche nach Alternativen auf. Schmitz: „Die Verwaltung sollte den Weg mit den Vereinen gemeinsam und eng gehen. Und bei der nächsten Sitzung wollen wir nicht wieder nur Fragen präsentiert bekommen, sondern Ergebnisse.“

Vertreter aller Fraktionen bekundeten, dass den Dukes geholfen werden müsse. Einige Pro-bleme wurden natürlich angerissen. Ansgar Kieven (SPD) formulierte für seine Fraktion eine „rote Linie“, die nicht überschritten werden dürfe: „Und die befindet sich da, wo anderen Vereine durch einen Verein beschnitten oder zur Veränderung gezwungen werden sollen.“ Ob das so kommt, bleibt abzuwarten. Der Vertrag mit den „Zwölfern“ kann erst zum 1. Januar 2014 durch die Stadt gekündigt werden. Außerdem will der SV den Spielbetrieb wieder aufnehmen. Vorstandsmitglied Willi Instenberg: „Wir wollen im Sommer wieder eine Mannschaft melden. Wenn jedoch der Rasenplatz nicht mehr zur Verfügung steht, stelle ich mir das schwierig vor.“ Als „sehr, sehr seltsam“ empfindet es Instenberg, dass die CDU einen Antrag einreiche, „ohne mit dem betroffenen Verein zu sprechen“.

Nicht nur Emily Willkomm-Laufs (Grüne) kam auf einen anderen Aspekt zu sprechen: Der „Zwölfer“-Rasenplatz ist qualitativ einer der besten (Fußball-)Plätze in der Stadt, um den es schade wäre.

Der Baseballverein sieht laut Verwaltung auch Alternativstandorte – so im Bereich des Außenreitplatzes des Reitvereins. Dessen Vorsitzender Engelbert Keuten erklärte, dass der Klub aus Tierschutz-Gründen auf diese Fläche nicht verzichten könne, sie sei bei über 30 eingestallten Pferden, die Freiraum benötigten, schon relativ klein. Keuten bekundete Verständnis für die Dukes, sagte aber grundsätzlich: „Sie können nicht einem Verein den Hals umdrehen, um einen anderen zu unterstützen.“ Ähnlich hatte sich auch David Wirtz (Stadtsportverband) positioniert: Einem Traditionsvereins wie Jülich 1912 mit Infrastruktur könne man nicht einfach die „Daseinsberechtigung entziehen“.

Die Lage ist schwierig, soll aber am besten einvernehmlich und flott gelöst werden. Zumindest die Dukes brauchen bis September Klarheit, ob es für sie einen Alternativstandort zum Feld in Barmen gibt. Die Diskussion rückt allmählich bis zur ersten „Base“ vor. Ein „Strike“ scheint in der Ferne.

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