DSL-Schneckentempo ist endlich Vergangenheit

Von: gep
Letzte Aktualisierung:
Jürgen Pieper (2.v.l.) demons
Jürgen Pieper (2.v.l.) demonstriert in Siersdorf, wie schnell sein Internet-Zugang nun ist. Bürgermeister Lothar Tertel (r.), Amtsleiter Horst Wassenhoven (l.) sind beeindruckt, Soco-Chef Stephan Fuß freut sich. Foto: gep

Siersdorf. „13,63” erscheint auf dem Monitor. Jürgen Pieper (47) zeigt vor seinem Haus in Siersdorf, das wegen der Frauen-Fußball-WM über alle Toppen mit Deutschland-Fahnen geflaggt ist, auf sein Laptop.

13,63 Megabit/Sekunde (Mbit/s) schnell ist sein Internet-Zugang - jetzt. Dafür, so lobt der Aldenhovener Bürgermeister Lothar Tertel den Postzusteller, „hat er sich eingesetzt” mit ein paar anderen DSL-Aktivisten, die seit Jahren eine größere Bandbreite gefordert hatten. So können die Bürger von Siersdorf und Freialdenhoven jetzt mit wesentlich höherem Tempo auf die Datenautobahn.

Es ist bislang „eine dreistellige Kundenzahl”, sagt der Geschäftsführer der Soco Network Solutions GmbH (Düren), Stephan Fuß, Das Birkesdorfer Telekommunkationsunternehmen hat 10,6 Kilometer Leerrohr mit Glasfaser zu elf Kabelverzweigern in Siersdorf und fünf in Freialdenhoven verlegt. Von den Verzweigern - grauen am Straßenrand stehenden Schaltschränken - gehen die (kupfernen) Hausanschlussleitungen ab.

An den Kosten - der laufende Meter wird mit rund 50 Euro kalkuliert - haben sich die Gemeinde Aldenhoven und der Kreis Düren mit je 50.000 Euro beteiligt, jeweils aus Mitteln des Konjunkturpakets II der Bundesregierung. Mit diesen Summen wurde, so Tertel, „die Finanzierungslücke geschlossen”, um das Projekt für Soco wirtschaftlich zu machen, nachdem Mitbewerber kein Interesse bekundet und abgewunken hatten.

Fuß garantiert seinen Kunden in den beiden Orten eine Mindestdatenübertragungsrate: „Eine 10 000er Leitung kriegt jeder.” Bislang waren es nur 384 kbit/s. Das lag daran, dass die Anschlussleitungen an Dürboslar vorbei zum zentralen Hauptverteiler in Aldenhoven führten. Daher verlor das DSL-Signal an Stärke, und die Internet-Nutzer in Siersdorf und Freialdenhoven bewegten sich im Kriechtempo durch das World Wide Web.

Die Kabeltrasse wurde zudem so umgeplant, dass auch Schleiden und Engelsdorf eines Tages erschlossen werden könnten. Dem sei man jetzt „nähergekommen”, formuliert es Fuß vorsichtig. Bisher war für die knapp 200 Engelsdorfer in 80 Haushalten lediglich eine Funklösung angedacht.

Eine Glasfaser-Leitung ist „zukunftssicherer”, meint Fuß, mit ihr seien auch Gigabit-Werte erreichbar, wenn neue Übertragungsverfahren „auf dem gleichen Kabel mehr Leistung” brächten. Freialdenhoven und Siersdorf sind die achte bzw. neue Ortschaft im Kreis Düren nach Hambach, Krauthausen, Selgersdorf, Daubenrath, Echtz, Barmen und Lucherberg, die Fuß mit seiner Soco auf DSL-Touren gebracht hat.

Schnelles Internet ist „für die Dörfer wichtig”, sagt Jürgen Pieper, und nicht nur für die dort ansässigen Gewerbebetriebe. Auch Kinder benötigen „heute Internet für die Schule”, meint Fuß.

Pieper selbst bringt aber noch ein anderes Einsatzfeld zur Sprache. Er ist „Webmaster” des Aachener Karnevalsvereins „Hooreter Jonge” von 1956 und daher online stark in Aachen gefordert. „Ich geh fremd”, gesteht der Siersdorfer seinen „jecken Seitensprung”.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert