Titz - DSL-Ausbau: „Hawei” surft auf Überholspur

DSL-Ausbau: „Hawei” surft auf Überholspur

Von: Volker Uerlings
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Schneller Surfen in Titz: Bür
Schneller Surfen in Titz: Bürgermeister Jürgen Frantzen (von rechts), Stephan Fuß (Soco) und Christian Canzler (Beigeordneter) brachten gestern den DSL-Ausbau in der Gemeinde per Vertrag voran. Foto: Uerlings

Titz. Die Gemeinde Titz hat so viel Geld in den Ausbau der Breitbandverkabelung investiert wie keine andere im Kreis Düren. Das war zum einen eine strategische politische Entscheidung, um „dem ländlichen Raum gleiche Lebensbedingungen zu bieten” wie überall in der Republik, sagt Bürgermeister Jürgen Frantzen.

Zum anderen gab es einen sportlichen Anreiz: Der Kreis Düren verdoppelte jeden Euro, den die Kommune aufbrachte. Das Happy-End naht. Am Donnerstag unterzeichnete die Gemeinde einen Nutzungsvertrag mit dem Dürener Telekommunikationsabieter Soco, der die neugeschaffenen sechs Kilometer Leerrohrnetz als Erster mit Glasfaserkabeln füllt. Fünf Titzer Ortschaften, die bislang zur DSL-Diaspora zählten, bekommen nun eine Auffahrt auf die Datenautobahn. Hasselsweiler macht den Anfang.

Schon Ende September dürfen sich die Einwohner von „Hawei” auf Geschwindigkeiten von 12 bis 16 Megabit pro Sekunde freuen, wenn sie sich durch das world wide web bewegen. Das gilt für diejenigen, die sich für das Produkt „DN-connect” von Soco entscheiden, die als „Pionier vor Ort” ist. Es ist denkbar, dass weitere Telekommunikationsanbieter folgen. Denn „das Leerrohrnetz steht nicht exklusiv Soco zur Verfügung”, wie der Verwaltungschef erklärte. „Wer kommen will, kann rein.”

Vier weitere Titzer Dörfer kommen mit etwas Verspätung in den selben „Genuss”: nämlich Müntz, Hompesch, Gevelsdorf und Ralshoven. Das wird voraussichtlich im Frühjahr 2012 der Fall sein.

Noch gibt es nämlich eine Lücke im Leerrohrnetz, die bei einer Baumaßnahme des Kreises Düren ab dem Jahresende (Kreisstraße 5/Von-Leerodt-Straße) geschlossen werden wird. Darauf muss man warten, davor und dahinter ist alles getan.

Zusammen 380 000 Euro haben Titz und der Kreis „verbuddelt”, denn dafür wurden von der Hauptvermittlungsstelle Ameln aus sechs Kilometer Leerrohr gelegt, wie Fachbereichsleiter Michael Müller darlegt. Die Konzentration auf die genannten fünf Dörfer ist das Ergebnis einer Bedarfsanalyse.

In manchen Ortschaften - in weiten Teilen von Titz, Rödingen, Opherten und Kalrath - liegt das Kabelnetz eines TV-Anbieters, der inzwischen separat auch Breitbandanschluss ermöglicht. „Da gibt es also schon ein Produkt, da müssen wir kein weiteres finanzieren”, so der Bürgermeister. In Has-selsweiler & Co. war das anders. Hier gab es heutzutage inakzeptable DSL-Geschwindigkeiten von 1 Mbit/Sek oder gar nur ISDN-Standard (384 Kbyte/Sek) wie in Hompesch.

Die Technik des derzeit einzigen Anbieters Soco ist aufrüstbar für noch höhere Geschwindigkeiten, erklärte Stephan Fuß, Geschäftsführer des umtriebigen Dürener Unternehmens.

Unterdessen steht in Titz die Beseitigung der weiteren „weißen Flecken” auf der DSL-Landkarte auf dem Plan (in einigen Rödinger Straßen und dem Titzer Neubaugebiet). Die Telekommunikations-Anbieter sollen sich positionieren und erklären, ob sie ein Angebot unterbreiten und investieren wollen - oder nicht.

Falls dabei wieder eine Finanzierungslücke entsteht, will die Gemeinde Fördertöpfe nutzen, „so es sie gibt”, kündigt der Bürgermeister an.
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