Jülich - „Druck machen“: 34 Radierungen am Schwanenteich zu sehen

„Druck machen“: 34 Radierungen am Schwanenteich zu sehen

Von: ptj
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Ein „Homo ludens“ stellt in der Jülicher Sparkasse aus: v. l. sind Künstler Michael Küpper, Bereichsleiterin Karin Pütz und Laudator Dieter Laue vor dem Triptychon „Hand“ zu sehen.

Jülich. „Druck machen“ ist der Titel der Ausstellung des Welldorfer Künstlers Michael Küpper in der Sparkasse am Schwanenteich, die bis zum 28. März zu sehen ist. Gezeigt werden 34 Radierungen in all ihren Ausformungen wie Aquatinta, Ätzradierung, Carborundum, Kaltnadel oder Vernis mou.

In einigen Kunstwerken finden sich gleich zwei Druckverfahren, andere sind formal-ästhetisch ausgeprägt, bis in die Abstraktion hinein. Letzteres ist vor allem in der Radierung „Schwarze Mitte“ zu sehen, wo „das Lineament der Schraffur im Bild nicht mehr per Hand ausgeführt, sondern durch das Einätzen textiler Gaze auf die Druckplatte gebracht“ wird.

Die Werke tragen Titel wie „Begegnung“, „Over the rainbow“ oder „Engel“ und werden allesamt zum Verkauf angeboten. Ausgestellt sind ferner zwei großformatige Acrylmalerein auf Leinwand, die Laudator Dieter Laue als „traumhafte Topografien“ bezeichnete, die ihn an den Surrealisten Richard Oelze erinnern. Erwähnenswert sind drei Unikate, großformatige Holzsschnitte mit Afrika-Touc mit dem Titel „Hand“. Sie sind zu einem Tryptichon zusammengefügt, das die Entwicklungsschritte des Drucks zeigt. Der Architekt, der die Textilfachschule in Krefeld besuchen wollte, was jedoch an den Finanzen scheiterte, hat nach Auslegung Laues „vielleicht schon früh einen Kompromiss zwischen Neigungen gesucht, die nicht miteinander vereinbar sind“.

Stattdessen begann Küpper eine Lehre im Architekturbüro Leufen und hatte Glück: Sein Chef erkannte scheinbar die Begabung seines Lehrjungen und ermunterte ihn, an die FH Aachen zu gehen, um dort ein Architekturstudium aufzunehmen – notfalls auch während der Arbeitszeit. „Die Begabung zieht instinktiv die Bedingung an, die sie zu ihrer eigenen Ausgestaltung benötigt“, folgerte Laue.

Erst nach Beendigung seines Arbeitslebens wandte sich Michael Küpper verstärkt der künstlerischen Tätigkeit zu. Er besuchte Sommerakademien, nutzte Seminarangebote und ließ sich speziell in der Drucktechnik der Radierung ausbilden. Küpper lernte „die virtuose Zeichnung als emotionale Unmittelbarkeit und kraftvolle Linienführung“ und den afrikanischen Holzschnitt kennen“.

Der Künstler fand nach Bekunden Laues die „Kräfte, die versuchen, das zu werden, was man ist, der seine eigene Richtung einschlägt und ausbaut“. Der Welldorfer sei ein „Homo ludens“, ein spielender Mensch.

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