Jülich - Droht Lingnau Ausschluss aus Jülicher CDU?

Droht Lingnau Ausschluss aus Jülicher CDU?

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
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Michael Lingnau will seine Nominierungsniederlage nicht hinnehmen.

Jülich. CDU und SPD in der Herzogstadt haben einen gemeinsamen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 13. September: Frank Peter Ullrich. Der Sozialdemokrat wurde bei beiden Partnern in der großen Koalition separat jeweils mit Mehrheit aufgestellt. Bei der Union setzte sich Ullrich gegen drei Bewerber durch.

Michael Lingnau war einer von ihnen. 15 Mitglieder der CDU votierten für ihn. Damit hatte er die drittmeisten Stimmen – oder die zweitwenigsten, wie man es nimmt. Der 49-Jährige will trotz dieser Nominierungsniederlage auf eigene Kappe antreten. Ihm könnte ein Parteiausschlussverfahren drohen.

Der Jülicher CDU-Stadtverbandsvorsitzende Elmar Fuchs – vor kurzem wiedergewählt – sieht bei einer Kandidatur Lingnaus als Mitglied der Christlich Demokratischen Union „den Ausschluss aus der Partei“ als „normale rechtliche Folge“. Das sagte Fuchs auf Anfrage der Redaktion.

Und konkret: „Das ist unvereinbar. Es kann aus der CDU kein anderer gegen die CDU antreten.“ Das sei „wenigstens“ in der Satzung festgelegt, er werde – sollte es zur Kandidatur kommen – auf jeden Fall auch das Parteiengesetz und das Kommunalwahlgesetz prüfen.

Den Kandidaten Lingnau gibt es noch nicht. Dazu braucht er rund 200 Unterstützer-Unterschriften, die der selbstständige Rechtsanwalt an den nächsten drei Samstagen in der Jülicher Innenstadt „an einem eigens dafür gestalteten Infostand inmitten von Jülich“ auf der Kölnstraße sammeln will. In seiner Ankündigung, „als Einzelkandidat in den Wahlkampf um das Jülicher Bürgermeisteramt eingreifen“ zu wollen, findet sich zwar kein Hinweis auf seine CDU-Mitgliedschaft, aber eine klar definierte Zielgruppe.

Lingnau beschreibt sie wörtlich gleich doppelt und dreifach in einem Satz: „Die politisch dem bürgerlichen Lager zugehörigen Jülicher Wähler hungern nach einem eigenen Jülicher Bürgermeisterkandidaten, der vor allem als kenntnisreicher Jülicher authentisch bürgerlich ausgerichtet ist.“ Er habe „in vorderster Reihe Parteipolitik betrieben“ und „Führungsämter in bekannten Jülicher Vereinen bekleidet (SC Jülich 1910, Sonnenweg e.V., Jülicher Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz e.V.).

CDU-Vorsitzender Elmar Fuchs sieht „im Unterschriftensammeln allein noch nicht das Problem“; wohl aber, wenn es dann zur Kandidatur kommt. In diesem Fall wäre es für den Stadtparteichef „die logische Konsequenz, dass er (Lingnau) dann die Mitgliedschaft von selbst kündigt“.

Wie diese parteiinterne Auseinandersetzung auch ausgeht: Wenn Michael Lingnau die Unterschriften zusammenbekommt und antritt, wäre er der dann sechste Kandidat, der sich in Jülich um das Bürgermeisteramt bewirbt. Und der Amtsinhaber Heinrich Stommel könnte sich noch dazu gesellen...

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