Dreieck Jackerath: Radarfalle in Flammen

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Kreis Düren. Die neue stationäre Geschwindigkeitsmessanlage am Autobahndreieck Jackerath ist vier Tage nach ihrer Installation bereits zerstört worden.

In der Nacht zum Sonntag „fiel die Säule einem Feuer zum Opfer”, teilt der Kreis Düren mit. Zuvor war die Anlage aufgehebelt und die Computer-Festplatte samt aller „Sünder-Fotos” entwendet worden. Allerdings waren die Daten der ersten drei Tage nach Angaben des Kreises Düren bereits auf einen externen Datenträger überspielt worden.

Täter sind vermutlich zwei junge Leute, die von einem Zeugen beobachtet wurden, als sie von der lichterloh brennenden Anlage zu einem Personenwagen liefen und Richtung Lüttich davonfuhren. Der Zeuge informierte die Polizei, die die Spuren der Tat sicherte. Der Sachschaden beträgt rund 80.000 Euro. Eine neue Messanlage ist bereits bestellt.

Da sich in der Doppelkurve seit dem Umbau des Autobahnkreuzes Jackerath im Jahr 2005 wegen nicht angepasster Geschwindigkeit immer mehr Unfälle mit Personenschäden ereignet hatten, hatte die Unfallkommission der Bezirksregierung Köln beschlossen, dort eine Radaranlage installieren zu lassen.

Alle zuvor getroffenen Maßnahmen - etwa die Verdeutlichung der Kurvenverläufe und die Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit - hatten sich als wirkungslos erwiesen. So hat der Kreis Düren den Beschluss der Unfallkommission als zuständige Ordnungsbehörde umgesetzt und die Anlage am 4. November in Betrieb genommen.

„Dass viele Verkehrsteilnehmer die Doppelkurve auf der Verbindungsrampe von der A 44 zur A 61 unterschätzen, hatte sich noch während der Montage der Säule gezeigt, als sich dort ein schwerer Unfall ereignete”, schreibt der Kreis weiter.

Wie die ersten Auswertungen gezeigt hätten, werde das Tempolimit von 80 km/h an dieser Stelle von vielen Fahrern offensichtlich „mehr als unverbindliche Empfehlung denn als Notwendigkeit zum Schutz von Leib und Leben verstanden”: Während ihrer kurzen Lebensdauer wurde die neue Kamera rund 1000 Mal ausgelöst - und zwar täglich! Zudem war eine Messtoleranz vorgesehen, so dass der „Blitz” erst ab Tempo 89 erfolgte.

Da die Radaranlage an dieser Stelle für die Verkehrssicherheit offensichtlich unverzichtbar sei, habe der Kreis Düren, der gegen den Schaden versichert ist, bereits eine Ersatzanlage bestellt. In Absprache mit der Polizei soll geklärt werden, durch welche Maßnahmen die neue Säule vor Zerstörung geschützt werden kann.

Seit 2005 ist die Zahl der Unfälle in diesem Teilstück des Autobahnkreuzes Jackerath deutlich gestiegen. Wurden zunächst acht Unfälle registriert, so waren es im Folgejahr neun, 2007 dann 17 und 2008 schließlich 28. Der Kreis Düren hat die zerstörte Anlage mittlerweile demontiert und Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Landrat Wolfgang Spelthahn verurteilt die nächtliche Tat und setzt 1000 Euro als Belohnung für Hinweise aus, die zur Ergreifung der Täter führen. Hinweise nimmt die Polizei unter 02421 949-2425 entgegen.

Landrat Wolfgang Spelthahn: „So verständlich der Ärger ist, wenn man als Autofahrer geblitzt wird, so verwerflich ist die Tat. Die Anlage ist öffentliches Eigentum und dient einzig und allein der Verkehrssicherheit.”
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