Jülich - Drei pünktliche und ein verspäteter Weise

Drei pünktliche und ein verspäteter Weise

Von: Adi Zantis
Letzte Aktualisierung:
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Viele Besucher konnten an den Weihnachtsfeiertagen und Neujahr die liebevoll gestaltete Krippe in der Siersdorfer Johannes-Pfarrkirche bewundern. Dazu gehörte abseits auch ein Landschaftsbild, in dem die Heiligen Drei Könige nach Bethlehem unterwegs waren. Foto: Zantis

Jülich. Im Volksmund und auch in vielen Kalendern heißt der 6. Januar auch Dreikönigstag oder Dreikönigsfest. Die Kirche feiert das Fest der Erscheinung des Herrn. Wie überliefert, brachten die drei Könige Kaspar, Melchior und Balthasar dem Jesuskind im Stall zu Bethlehem die Geschenke Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Spätestens ab dem Dreikönigstag stehen die Figuren der Könige auch in den Krippen unserer Region. Während die Bibel nur von den drei „Weisen aus dem Morgenland“ spricht, soll es aber auch einen vierten König gegeben haben, denn Mitte des 20. Jahrhunderts bekamen die „Weisen“ noch einen vierten König an die Seite gestellt.

Der Schriftsteller Edzard Schaper (1908-1984) veröffentlichte 1961 die „Legende vom vierten König“. Damit gesellte sich ein weiterer König aus Russland zu den dreien aus dem Morgenland. Sein Name war Coredan. Dieser hatte mit drei wertvollen Edelsteinen auch noch zusätzliche Geschenke für das Jesuskind im Gepäck. Leider kam er zu spät zum vereinbarten Treffpunkt, so dass er sich allein auf den Weg machen musste.

Unterwegs traf der vierte König viele arme, kranke und hilfsbedürftige Menschen, so dass er seine Geschenke verteilte. Er lässt sich sogar für einen Sträfling auf einer Galeere anschmieden. Nach der Legende gingen darüber viele Jahre ins Land. Der König Coredan wurde alt und grau, und sein Körper war müde geworden. Doch er fand den Stern wieder, und ein nächtlicher Traum mahnte ihn zur Eile. Schließlich gelangt er doch noch ans Ziel. Aber er findet nicht das Kind in der Krippe, sondern einen Mann am Kreuz von Golgatha. Der russische König erkannte mit einem Mal: Dieser Mensch ist der König der Welt, den ich in all den Jahren gesucht habe.

Vergeblich sucht man in der Bibel nach einer Geschichte von „Heiligen Königen“. Hier wird nur von den „Weisen aus dem Morgenland“ im 2. Kapitel des Matthäus-Evangeliums berichtet. Heute verehrt die Christenheit Caspar, Melchior und Balthasar im Königsschrein des Kölner Domes. Die Gebeine der angeblich 54 nach Christus gestorbenen „Könige“ waren in Konstantinopel begraben und gelangen schließlich über Mailand nach Köln.

Von den Sternsingern wird in heutiger Zeit bei ihrem Zug durch den Ort der Segen „C+M+B“ an die Haustüren gezeichnet und durch die Jahrezahl ergänzt. Die Buchstaben stammen vom Segenswunsch „Christus mansionem benedicat“ - das bedeutet: „Gott segne dieses Haus“.

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