Rödingen - Drei Künstler stellen in Rödingen aus

Drei Künstler stellen in Rödingen aus

Von: ptj
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Die Künstler Petra Kanke (oben), Gisela Machalz (l.) und H.O. Siepen. Foto: Jagodzinska

Rödingen. „Unsere Wahrnehmung ist immer eine Form von Filtern“. Das betonte die gelernte Bildhauerin Petra Kanke aus Dülken, deren „Kaffee-Filter-Arbeiten“ einer Objektkunst zuzurechnen sind, die vorzugsweise Materialien mit geringem Wert in die künstlerische Gestaltung einbindet.

Seit über 20 Jahren sind ausgediente Kaffeefilter und Kaffee-gefärbtes Filterpapier das Material für ihre vielfältigen plastischen Bilder, Objekte und Installationen, die zurzeit in der Galerie „Alte Weberei“ Rödingen zu sehen sind. Ins Auge fallen etwa auf einer Scheunentreppe arrangierte sohlenlose Schuhe und Stiefel, vertikal aufgehängte Arbeitsschutzhelme an einer Metall-Kette, kreative Kaffeebecher „to go“, Taschen oder Schaufeln.

Alle-samt finden sie ihren eigenwilligen Reiz in der Spannung zwischen vertrauten Alltagsrelikten im fremdartigen Gewand. Zudem lockte ein geheimnisvoller Kaffeeduft durch echte Cappuccino- und Espresso-Bonbons.

Mumienfragmente

In Rödingen inzwischen bekannt ist die Duisburger Künstlerin Gisela Machalz. Nach wie vor arbeitet sie in ihrem selbst entwickelten Brennverfahren mit Feuer und Glut, Asche und Rauch. Verwendung finden Naturmaterialien und Fundstücke. So stehen ihre Werke im Bezug zur afrikanischen Töpferei und zu durch Frauen bestimmten Mythen. Inzwischen haben sich die einst leidgeprägten Mumienfragmente der Künstlerin durch erarbeitete Abwehrhelme zu starken Köpfen mit geschützten Öffnungen von Nase, Ohren und Mund entwickelt.

Dritter im Bunde ist der aus Köln stammende Maler H.O. Siepen, der inzwischen auf dem Land in Rödingen wohnt und arbeitet. Der Autodidakt, der durch seine Liebe zur Natur zum Malen angeregt wurde, wurde in einer kleinen Gruppe Trierer Künstler mit starker Bindung zum Kubismus geprägt. Siepens Bilder und Kollagen sind harmonisch in ihrer Farb- und Formgebung.

Es handelt sich zumeist um flächige Kompositionen in warmen, erdigen Tönungen, mit ruhigen Pinselstrichen gemalt. Oft spachtelt der Rödinger Maler die Farbe zur Oberflächenverdichtung oder er lässt sie durch Kratzer rissig werden. Zusätzliche Struktur bekommen die Kompositionen durch eingearbeitete Mineralstoffe oder Textilgewebe wie Sackleinen.

Die sehenswerte Ausstellung ist noch am Wochenende, 28./29. Juni von 15 bis 19 Uhr für Besucher geöffnet.

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