Drei Kommunen schicken Asylbewerber nach Linnich

Von: ojo
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Linnich. Bereits seit Dezember sind Asylbewerber, die der Gemeinde Aldenhoven zugewiesen wurden, in Linnicher Unterkünften untergebracht. Dieser Zustand ist seit Donnerstagabend offiziell.

Der Linnicher Stadtrat verabschiedete in nicht-öffentlicher Sitzung eine „öffentlich-rechtliche Vereinbarung“, die dieses interkommunale Abkommen regelt.

Eine solche Vereinbarung ist die Stadt Linnich bereits mit der Nachbargemeinde Titz und der Gemeinde Inden eingegangen. Im Grunde wurde dieses Abkommen nur um einen dritten Partner erweitert.

Aufgenommen werden in den beiden Linnicher Unterkünfte Hochstraße in Gevenich und Fahlenberg in Welz (ehemaliges Warn­amt) ausschließlich männliche Singles. Das geschieht allerdings nicht wahllos, wie Stefan Helm, in der Linnicher Stadtverwaltung zuständig für Asylangelegenheiten, erklärt.

Es werde schon darauf geachtet, dass die Zusammensetzung nicht Probleme aufwirft oder sozialen Zündstoff birgt. „Wir versuchen schon, im Rahmen unserer Möglichkeiten die Kosten und die Unterbringung gerecht aufzuteilen“, sagt Helm.

Die finanzielle Seite der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung ist transparent und in einer eigenen Entgeltordnung festgehalten. Linnich stellt den drei Kommunen einen Pro-Kopf-Betrag an Miete und Betriebskosten sowie einen Betreuungs- oder Beratungsanteil in Rechnung. Darin ist auch der Einsatz von Stefan Helm und seiner Kollegin Karin Fürkötter enthalten.

Keinesfalls, betont Beigeordneter Hans-Josef Corsten, erhalte Linnich oder fordere gar für die„auswärtigen“ Asylbewerber die Pro-Kopf-Pauschale in Höhe von 10.000 Euro pro Jahr, die das Land ansetzt. „Wir rechnen spitz ab.“

Ausgangspunkt dieser Pro-Kopf-Pauschale ist eine Rechnungsgröße, wie viele Flüchtlinge eine Kommune nach einem Verteilerschlüssel haben sollte. In Aldenhoven hatte das, wie berichtet, zum Nachteil der Gemeinde zu einem eklatanten Unterschied in Millionenhöhe zwischen Ist-Zustand und Prognose geführt.

Linnich hingegen profitiert von dieser Berechnung. Gemäß Schlüssel müsste die Stadt 160 Asylbewerber haben, tatsächlich sind es 90.

Kapazität für knapp 150

Eindeutig ist die Zahl der Plätze, über die Linnich verfügt. In der Unterkunft Hochstraße in Gevenich können maximal 56 Personen untergebracht werden, im ehemaligen Warnamt Welz ist Platz für 70 Personen (mit einer Reserve von knapp 20 weiteren Plätzen, die allerdings noch nicht ausgebaut sind).

Das größte Kontingent an Asylbewerber stellt unter den drei Vertragskommunen Titz mit 30 Männern, Inden liegt mit 28 Personen nahe auf. Aldenhoven bringt 16 Personen ein. „Damit sind Gevenich und Welz bis auf zwölf freie Plätze belegt“, weiß Helm. Linnich selbst nutzt neben den beiden Liegenschaften noch angemietete Objekte für Familien und Wohngruppen.

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