Drei Investoren wollen auf den Walramplatz

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
8870092.jpg
Der Walramplatz „von unten“: derzeit ein großer Parkplatz unmittelbar vor dem Hexenturm. Drei Investoren wollen hier bauen. Foto: Uerlings
8870177.jpg
Der Walramplatz „von oben“: Auf der Fläche könnte ein großer zwei- oder dreigeschossiger Baukörper entstehen. Parkplätze soll es weiterhin geben. Foto: Uerlings

Jülich. Der Walramplatz unmittelbar vor dem Jülicher Wahrzeichen Hexenturm ist seit Jahren vor allem eines: eine Auto-Parkfläche in bester Lage. Das könnte sich ändern, wie am Donnerstagabend im Neuen Rathaus deutlich wurde.

Drei Planer und Investoren aus Hamburg, Köln und Jülich sind an die Stadt herangetreten, weil sie die Fläche bebauen möchten. Sie präsentierten ihre durchaus unterschiedlichen Konzepte im Fachausschuss. Den drei Entwürfen ist gemeinsam, dass neue Einzelhandelsflächen entstehen sollen, nach Möglichkeit ein sogenannter Lebensmittelmarkt mit Vollsortiment. Stellplätze soll es weiter geben: entweder in einem integrierten Parkhaus oder eine Tiefgarage.

Warum ein Lebensmittelmarkt an diesem Ort? Das Einzelhandelskonzept für Jülich, das noch nicht ganz fertiggestellt ist, weist in diesem Bereich für die City Angebotslücken auf – wie auch in den Segmenten (Unterhaltungs-)Elektronik, Möbel und Heimwerkerbedarf. Ein Geschäftskomplex auf dem Walramplatz könnte zudem mehr Kunden über den Hexenturm und die Kleine Rurstraße in Richtung Markt bewegen und für mehr Leben in der Stadt sorgen. Lebensmittelmärkte gelten als „Frequenzbringer“.

Ein ganz konkretes Angebot kam von der Kölner IPH Handelsimmobilien GmbH, die nicht nur einen Bebauungsvorschlag unterbreitete, sondern gleich einen an Jülich interessierten Betreiber „im Gepäck“ hat: das seit 1874 bestehende Unternehmen Rewe Richrath aus Bergheim, das 13 Filialen mit 700 Mitarbeitern vor allem im Rhein-Erft-Kreis und Köln betreibt. Wie der Sprecher von IPH informierte, handele es sich um ein Lebensmittelangebot „im Premiumsegment“ mit regionalen Produkten. Bei dieser Lösung bliebe eine Achse vor dem Hexenturm frei, der größte Teil des Walramplatzes würde mit einem geschlossenen Baukörper dreigeschossig bebaut. Der Lebensmittelmarkt befände sich im Erdgeschoss, die Parkplätze in zwei Obergeschossen.

Der Jülicher Helmut Jagdfeld präsentierte die Pläne der Deutschen Verwaltungsgesellschaft für Immobilien (DVI) aus Düren, die vom Jülicher Architekturbüro Hans-Karl Schüssler entworfen worden sind. Dieser Vorschlag lässt im Erdgeschoss Variabilität zu: einen großen Markt (Lebensmittel oder Elektronik), alternativ zwei oder drei mittlere. Optisch unterscheidet sich der DVI-Entwurf deutlich vom Kölner Vorschlag, denn es gibt um den Baukörper – vor allem am Hexenturm – deutlich mehr Platz. Das Gebäude ist optisch zweigeteilt. Gleich neben dem Stadttor in den Obergeschossen könnte zum Beispiel ein laut Jagdfeld „Budget-Hotel“ mit bis zu 50 Zimmern errichtet werden. Interessenten gebe es. Daneben liegen im zweiten „Teil“ der Obergeschosse auch in diesem Plan Parketagen. Eine Tiefgarage schloss Jagdfeld aus, da im Untergrund Relikte aus der Jülicher Vergangenheit bekannt sind – zum Beispiel die alte Stadtmauer und ein Graben davor.

Die Vertreter der HBB GmbH aus Hamburg gingen grundsätzlicher an das Thema heran und schlagen einen multifunktional zu nutzenden Bau auf dem Walramplatz vor, der mehrere Einzelhandelsgeschäfte beinhalten sollte. Für einen großflächigen Lebensmittel-Ankermieter sehen sie nicht ausreichend Platz. Sie präsentierten einen zweigeschossigen Vorschlag, der nur 60 Prozent der Fläche füllt, also viel Flanierraum vor dem Hexenturm lässt. Parkplätze könnten sich die Hanseaten in der Tiefe vorstellen. Sie haben auch andere Flächen in Jülich untersucht und halten die bewaldete Fläche gleich neben dem Neuen Rathaus für den „idealen Standort“, um in Jülich einen weiteren Lebensmittelmarkt zu etablieren.

Der Ausschuss unter Leitung des stellvertretenden Vorsitzenden Christian Klems (Jül) nahm die Vorschläge interessiert zur Kenntnis. Klems: „Wir werden das in den Fraktionen prüfen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert