Drei Gründe für den Streik bei SIG Combibloc

Von: tm
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Einigen Beifall erhielt der Verdi-Geschwerkschaftssekretär Frank Blatt, als er über die bundesweiten Streikaktionen die Beschäftigten vor den Werkstoren der SIG Combiblock informierte. Foto: Mauer

Linnich. Die bundesweiten Streikaktionen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fanden auch vor den Toren des größten Linnicher Papierverarbeitungsunternehmen SIG Combiblock statt. Parallel zu den Verhandlungen auf Bundesebene streikten die Beschäftigten in Linnich gleich für mehrere Ziele.

„Die Kollegen von SIG sind solidarisch mit den Beschäftigten der Firma Gascogne“, erklärte Verdi-Bezirkssekretär Franz Blatt. Gascogne ist vornehmlich mit Foliendruck befasst und auf dem Grund und Boden der SIG beheimatet. Das Mutterunternehmen hat seinen Sitz in Frankreich. Im vergangenen Juli erklärte die Geschäftsführung in Linnich den Austritt aus dem Arbeitgeberverband und wechselte in die so genannte OT-Mitgliedschaft.

Für die Beschäftigten bedeutete das ein erhöhtes Maß an Unsicherheit und ein erhöhtes Risiko für den Arbeitsplatz. „Wir sprechen natürlich mit den Kollegen und Kolleginnen von Gascogne, wenn wir uns begegnen“, sagte die Vorsitzende des Betriebsrates bei SIG, Carla Glashagen. „Die Stimmung ist gedrückt.“

Noch schlechter steht es um die Stimmung bei SIG selbst, versicherte Glashagen. Der zweite Grund für den Streik in Linnich ist die Unsicherheit in der Belegschaft, seit Ende 2013 bekannt wurde, dass das Unternehmen über die Bank Goldman Sachs für fünf Milliarden Euro angeboten wird.

„Seit dem Bekanntwerden hat sich das Klima im Unternehmen deutlich verschlechtert. Das Gefüh der Unsicherheit bei den Beschäftigten ist enorm gewachsen.“ Die Vorsitzende bemängelte vor allem die sehr zurückhaltende Informationspolitik seitens der Geschäftsführung. „Bescheiden, um nichts schlimmeres zu sagen“, beschreibt der Verdi-Sekretär Franz Blatt das Verhalten der Führung.

Über 200 Beschäftigte haben seit Jahresbeginn bereits das Unternehmen verlassen. Teilweise wurden befristete Arbeitsverträge nicht verlängert oder die Betroffenen erhielten Auflösungsverträge. Derzeit arbeiten bei SIG noch etwa 1300 Menschen. „Das Unternehmen gibt Menschen Arbeit und Lohn in einem Umkreis von etwa 100 Kilometern“, beschrieb Glashagen die Verantwortung der Geschäftsführung.

Bundesweit zu Streiks aufgerufen hatte die Gewerkschaft Verdi, die das zögerliche Verhalten des Arbeitgeberverbandes kritisiert, über Lohnerhöhungen zu verhandeln. Die Beschäftigten der SIG leisteten dem Aufruf in der Mehrzahl Gefolgschaft. „Die Streikbeteiligung ist gut bis sehr gut“, lächelte das Gewerkschaftsmitglied Carla Glashagen. „Im Konzern sind wir das Filetstück, das nun verkauft werden soll.“

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