Jülich - Drei FH-Institute demonstrieren ihr Können

Drei FH-Institute demonstrieren ihr Können

Von: Antonius Wolters
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Mit Biogasanlagen verschiedener Größenordnungen untersucht Nowum-Energy, das Institut des Fachbereichs Energietechnik der Fachhochschule, unter anderem den Einfluss verschiedener Substrate auf Qualität und Menge der Biogaserzeugung. Foto: Wolters
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Die Überwachung von Sterilisationsprozessen ist für Hersteller von Kartonverpackungen wichtig. Prof. Schöning hält ein Exemplar hoch. Foto: Wolters

Jülich. Die FH Aachen, die auch am Standort Jülich vertreten ist, gehört zu den forschungssstärksten Fachhochschulen Deutschlands. „Wir wollen zeigen, was die Fachhochschule alles kann“, so hatte Prof. Christiane Vaeßen, Prorektorin für Forschung, Entwicklung und Technologietransfer, die Multiplikatoren von IHK, Agit, Stadt Aachen und Euregio zu einer Besichtigungstour auf dem Jülicher Solar-Campus eingeladen.

Drei Institute präsentierten sich dort in kurzen Vorträgen, bevor deren Einrichtungen besichtigt wurden.

Sandspeicher für den Solarturm

Mit Prof. Ulf Herrmann begrüßt der neue Leiter die Gäste im interdisziplinär ausgerichteten Solar-Institut Jülich (SIJ), das bereits seit 1992 existiert und als zentrale wissenschaftliche Einrichtung über rund 50 Mitarbeiter verfügt, die momentan 30 Projekte betreuen. In vielen Regionen mit hoher Sonneneinstrahlung herrscht gleichzeitig großer Wassermangel.

So entwickelt das SIJ Systeme, mit deren Hilfe Meerwasser mit Solarenergie zu Trinkwasser aufbereitet werden kann. Zuletzt wurde solch eine Anlage in Namibia installiert. Effiziente Gebäudetechnik ist im Science College an Haus Overbach erprobt worden, wo auch mittels Spiegeln die so genannte Tageslichttechnik eingesetzt wird. Ein besonderer Forschungsgegenstand ist das Solarturm-Kraftwerk in Jülich, das vom SIJ weiterentwickelt wird.

Abteilungsleiter Dr.-Ing. Spiros Alexopoulos erläutert den Besuchern die laufenden Untersuchungen des spannenden Sandspeicherprojekts, das dazu beitragen soll, eine großtechnische Lösung für Übertragung und Speicherung der Prozesswärme von 700 Grad zu entwickeln. Dazu soll ein 17 Meter hoher Turm voll mit dem leicht verfügbaren Quarzsand errichtet werden.

Spezialität sind Biosensor-Chips

Prof. Michael Schöning, geschäftsführender Institutsleiter Chemo- und Biosensorik, führt durch seinen Bereich im Institut für Nano- und Biotechnologien. Es dürfte das Institut mit den meisten Doktoranden sein, deren Forschung eng an Partner aus der Industrie angebunden ist. Aufsehenerregend sind die Resultate, die einer der 3-D-Drucker ausgibt, die es den Wissenschaftlern erleichtern, schnell und präzise gewünschte Vorlagen zu formen.

Eine Spezialität sind etwa die Biosensor-Chips, die den elektrochemischen Nachweis für bestimmte Prozesse liefern können. „Es gibt nur wenige Gruppen auf der Welt, die so etwas machen“, sagt Schöning voller Stolz. Methoden zur Echtzeit-Kontrolle bei der Überwachung von Sterilisationsprozessen wurden in Jülich beispielsweise in Zusammenarbeit mit großen Herstellern von aseptischen Kartonverpackungssystemen wie die SIG Combibloc in Linnich entwickelt.

Der Neubau des Institus verfügt auch über ein Reinraum-Labor mit Gelblicht, wo beispielsweise an bioabbaubaren Polymeren gearbeitet wird. Einmal im menschlichen Körper eingesetzt, lösen sich diese Körper mit meist stützender Funktion nach einer gewissen Zeit selbst auf.

Drittmittelforschung

Prof. Isabel Kuperjans, geschäftsführende Direktorin von Nowum-Energy, stellt den Fachbereich Energietechnik vor, der Drittmittelforschung sowie Auftragsarbeiten erledigt. Zu aktuell sieben großen Projekten zählt das Energie-Effizienz-Netzwerk Rheinland, das vom Institut seit 2011 als Beratungsprojekt betreut wird.

Für Klimaschutzkonzepte von Kommunen werden Energie- und Potenzialanalysen erstellt. Mittels Fermentern diverser Größenordnung wird zur bedarfgerechten Biogaserzeugung geforscht, wobei Menge und Qualität des erzeugten Biogases für verschiedene Gärstoffe ermittelt werden.

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