Dr. Heiner Roemer referiert über Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung

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Notar Dr. Heiner Roemer (r.) beim Besuch der Senioren Union Jülich. links Vorsitzender Wolfgang Gunia. Foto: R. Berns

Jülich. Dass Juristerei interessant vermittelt werden kann, bewies der Jülicher Notar Dr. Heiner Roemer, der bei der Senioren Union Jülich zu Gast war und zur Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung informierte und zahlreiche Fragen der 30 interessierten Besucher beantwortete. Über eine Stunde lauschten die Senioren den sehr klaren und gut verständlichen Ausführungen.

Auf Bitte des Vorsitzenden Wolfgang Gunia erläutert Römer eingangs den Unterschied zwischen Notar und Rechtsanwalt. Vereinfacht ausgedrückt ist der Notar der unparteiische Berater, der Rechtsanwalt nimmt Partei für seinen Mandaten.

Wichtiger noch als die Patientenverfügung ist die Vorsorgevollmacht, die ausgestellt werden muss, so lange man noch geschäftsfähig ist. Mit ihr überträgt man einer Person des Vertrauens, meist wohl dem Ehepartner oder den Kindern, die Befugnis, Entscheidungen insbesondere in Fragen der Gesundheitsfürsorge, der Unterbringung und des Vermögens zu treffen. Durch eine rechtzeitig erteilte Vorsorgevollmacht soll verhindert werden, dass im Falle einer späteren eigenen Geschäftsunfähigkeit oder Behinderung vom Gericht ein Betreuer bestellt wird.

Die Vorsorgevollmacht soll schriftlich vorliegen. Eine notarielle Form der Vorsorgevollmacht ist grundsätzlich nicht erforderlich, aber empfehlenswert. In manchen Fällen, insbesondere in Grundbuch- und Handelsregistersachen, verlangt das Gesetz für eine Vollmacht eine besondere Form, nämlich öffentliche Beglaubigung der Unterschrift oder notarielle Beurkundung.

Die Kosten für den Notar richten sich bei einer Beurkundung der Vorsorgevollmacht nach der Höhe des Vermögens, sind jedoch sehr überschaubar. Bei beispielsweise einem Vermögen von 50 000 Euro betragen sie 115 Euro. Für eine geringe Gebühr kann man die Vorsorgevollmacht bei dem Zentralen Vorsorgeregister in Berlin registrieren lassen. Eine Vorsorgevollmacht hat kein Verfallsdatum, muss also nicht regelmäßig erneuert werden.

Kein Verfallsdatum

Auch für die Patientenverfügung gilt in Berlin anders als zum Beispiel in Österreich oder Frank-reich kein gesetzliches Verfallsdatum. Mit einer Patientenverfügung legt man fest, welche medizinische Versorgung man im Falle einer schwersten Erkrankung in Anspruch nehmen will und welche man ablehnt. Sie ist schriftlich zu fixieren, muss nicht notariell beglaubigt sein und kann jederzeit widerrufen werden. Wichtig ist, dass im Ernstfall der Aufbewahrungsort von Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung bekannt ist, damit sie vorgelegt werden können.

Unter dem Beifall der Zuhörer verabschiedete der Vorsitzende mit herzlichem Dank und einem kleinen Präsent Dr. Roemer, der noch im Anschluss an die Veranstaltung mit Fragen bestürmt wurde.

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