Doppel-Schau: Als die Preußen auch in Jülich das Sagen hatten

Von: Kr.
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Zahlreiche Ehrengäste hieß Guido von Büren (2.v.l.) in der Schlosskapelle willkommen; 3.v.l. Michael Gutbier, Harry Voigtsberger (4.v.l.), Bürgermeister Axel Fuchs (3.v.r.) und Bürgermeister Bernhard Marewski (2.v.r.).
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Als Ingenieur Louis Blessand plante Dr. Martin Klöffler die fiktive Belagerung der Stadt Jülich. Foto: Kròl

Jülich. Die enge Zusammenarbeit der Geschichtsvereine aus Jülich und Leverkusen Opladen hat reiche Früchte getragen. Diese Kooperation, die man schon seit 2008 pflegt, gipfelt nun in einer Ausstellung, die zeitgleich im Museum Zitadelle in Jülich sowie in der Villa Römer/Haus der Stadtgeschichte gezeigt wird.

Sie spiegelt die jahrelange Vorbereitung und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema in einer ansprechenden Präsentation wider. „Das Preußische Jahrhundert – Jülich, Opladen und das Rheinland zwischen 1815 und 1914“ ist der Titel dieser Ausstellung, die bis zum 18. Dezember 2016 in Jülich und Opladen zu sehen ist und zu der die beiden Geschichtsvereine ein umfassendes Begleitprogramm mit Führungen und Exkursionen, Filmvorführungen, Konzerten und Vorträgen anbieten.

200 Jahre liegt es zurück, dass die Preußen das Rheinland in Besitz nahmen. Der Ausstellung zugrunde liegt das Besitzergreifungspatent des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm III, in dem er sich an die Rheinländer wendet und ihre Übernahme erklärt. Sechs Themenfelder aus dieser Zeit haben die Geschichtsforscher erarbeitet und zusammengefasst und darin die lokalen Unterschiede herausgearbeitet.

Zum Zeitpunkt der Übernahmen war Jülich bereits Garnisonsstadt und Opladen eine Stadt der Ackerbürger. Auftrieb und größere Bedeutung erhielt sie später als Knotenpunkt dreier Eisenbahnlinien. Stadt und Verwaltung, Stadtentwicklung und Wirtschaft, Identitäten, Militär und Gesellschaft, Bürger und Untertanen sowie Bildung und Kultur sind die sechs Säulen auf denen die beiden Ausstellungen ruhen und in denen Gemeinsamkeiten und Unterschiede erfasst wurden.

Eine Zeitleiste legt außerdem die Ereignisse dar, die dieses preußische Jahrhundert prägten. Es ist durchaus lohnenswert durch den Keller der Zitadelle zu schlendern, in dem das Museum dem Geschichtsverein Platz einräumte. Ein umfangreiches Begleitheft wird dem Besucher an die Hand gegeben, außerdem stehen Hörstationen mit weiteren Informationen bereit. Nahezu zeitgleich öffneten die beiden Ausstellungen. Am Samstagnachmittag traf man sich in Jülich, am Sonntagmorgen in Leverkusen.

Groß war das Interesse, wie nicht nur die zahlreichen Besucher bewiesen, sondern auch die Ehrengäste, die Guido von Büren, Vorsitzender des Jülicher Geschichtsvereins, in der Schlosskapelle begrüßte. Er nutzte diese Gelegenheit, um Dank zu sagen, an die Freunde aus Opladen für die hervorragende Zusammenarbeit, den zahlreichen Sponsoren, allen voran die NRW Stiftung deren Präsidenten Harry Voigtsberger er besonders begrüßte, den zahlreichen Helfern und nicht zuletzt lokalen Sponsoren, der Stadt Jülich und dem Museum Zitadelle.

Lobend äußerte sich dann auch Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs zu dieser Kooperation und ihr Ergebnis. „Interkommunale Zusammenarbeit ist der Weg der Zukunft, und hier ist dies bereits auf der kulturellen Ebene gelungen“, erklärte er. Amtskollege Bernhard Marewski aus Leverkusen sagte: „Diese Zusammenarbeit öffnet neue Blickwinkel und setzt lokale Bezüge in ein neues Licht.“

Auf das Preußentum und seine Besonderheiten, „die zum Teil heute noch in unserem Leben erkennbar sind“, ging Harry Voigtsberger ein. So spiele die deutsche Fußballnationalmannschaft immer noch in den preußischen Farben Schwarz und Weiß. Preußenkönig Friedrich II hat schon für die Gleichbehandlung der Menschen egal welcher Religion plädiert, und die Preußen hinterließen zahlreiche Spuren im Rheinland wie Kirchen, und Brücken, Kanäle, Schulen.

Das Konzept der Ausstellung stellte Michael Gutbier, Vorsitzender des Opladener Geschichtsvereins, vor, ehe ein weiteres Highlight folgte. Intensiv hat sich Dr. Martin Klöffler mit der Preußenzeit beschäftigt und lieferte eine Darstellung in historischem Kostüm, wie der Ingenieur Louis Blessand die Belagerung Jülichs geplant haben könnte.

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