Divertikel, Polypen und der Wert der Vorsorge

Von: Kr.
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Sie hießen die Zuhörer beim Thema Darmerkrankungen willkommen: v.l. Jann Habbinga, kaufmännischer Direktor des Krankenhauses Linnich, Dr. Christian Rabe, Dr. Helmut Saler und Frank Müller von der AOK. Foto: Kròl

Linnich. Es sind stets interessante und wichtige Themen, die bei den Infoveranstaltungen behandelt werden, die die AOK Rheinland-Hamburg gemeinsam mit dem St. Josef-Krankenhaus in Linnich regelmäßig organisiert. So waren wieder zahlreiche interessierte Zuhörer ins Rathaus der Stadt Linnich gekommen, als es um Dickdarmerkrankungen ging.

Mit Dr. med. Christian Rabe, Gastroentologe und Oberarzt am Linnicher Krankenhaus sowie dem Chefarzt der Chirurgie Dr. med. Dipl. Päd. Helmut Saler hatte man zwei kompetente Referenten zur Verfügung. Polypen und Divertikel waren Thema dieser Veranstaltung. So berichtete Dr. Rabe über Polypen und Divertikel, die im Dickdarm zu finden sind. Je älter die Patienten sind, je häufiger treten sie auf, machen allerdings bei bis zu 70 Prozent keine Symptome.

Divertikel sind Ausbuchtungen, die sich vor allem im S-förmigen Teil des Darmes wiederfinden. Sie können sich durch Schmerzen im linken Unterbauch, Durchfall oder schafskotartigem Stuhl bemerkbar machen. Sie können aber auch zu Entzündungen, Verengungen des Darms, zu Blutungen und zu Durchbrüchen, Fisteln und Abszessen führen.

Eine ballaststoffreiche Ernährung mit Vollkorn, Hülsenfrüchten sowie Obst und Gemüse kann den Divertikeln vorbeugen.

Spiegelung ab 55

Polypen sind dagegen Wucherungen der Schleimhaut, die nach innen gehen und unterschiedliche Größen haben können. Über 30 Prozent der Erwachsenen haben diese Polypen, und ihre Zahl nimmt mit zunehmendem Alter auch zu. Doch Dr. Rabe konnte beruhigen. Nicht alle Polypen werden bösartig, und ein Polyp braucht fünf bis zehn Jahre bis ein Krebs daraus entsteht. Deshalb, so betonte er, sollte eine Darmspiegelung ab dem 55 Lebensjahr zur Vorsorge gehören. Bei Risikopatienten, in deren Familien Darmkrebs aufgetreten ist, sollte sie früher und auch häufiger vorgenommen werden. Er erläuterte genau die Vorgehensweise bei dieser Untersuchung, die meist unter einer leichten Vollnarkose stattfindet und bei der, falls vorhanden, die Polypen gleich mit entfernt werden. „Vorsorgekoloskopie kann ihr Leben retten“, schloss er seine Ausführungen.

In manchen Fällen muss allerdings auch der Chirurg ran, wenn beispielsweise Probleme bei den Divertikeln auftreten wie Darmverschluss, Durchbrüche und ähnliches oder die Polypen schon verändert oder zu groß sind. Über diese Eingriffe berichtete der Dr. Saler.

Operativer Eingriff

Von Fall zu Fall wird dabei entschieden, ob der Eingriff über den After, durch eine minimal-invasive Operation oder mit einem Bauchschnitt vorgenommen werden muss. Über all dies klärte er auf, riet aber auch allen Anwesenden einmal eine Darmspiegelung vornehmen zu lassen und durch eine gesunde Ernährungsweise Darmerkrankungen vorzubeugen.

Nach ihren Vorträgen standen die beiden Experten den Zuhörern zu Fragen Rede und Antwort.

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