Jülicher Land - „Dispo-Kredit“ für Kommunen: Jülich einsame Spitze

„Dispo-Kredit“ für Kommunen: Jülich einsame Spitze

Von: gep
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Jülicher Land. Auch in den Kommunen des Nordkreises ist der Bedarf an schnellem Geld, um den laufenden Betrieb zu finanzieren, stark gestiegen. Das belegen Zahlen von Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) als statistischem Landesamt.

So hat die Gemeinde Inden 2012 kurzfristige Kassenkredite mit einem Volumen von gut 10,9 Millionen Euro aufgenommen, das waren über 200 Prozent mehr als 2011 mit knapp 3,6 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung der Indener stieg von 518 auf 1600 Euro.

Am höchsten verschuldet im gesamten Kreis Düren ist aber, was diesen „Dispo-Kredit“ für die Städte und Gemeinden betrifft, die Stadt Jülich mit 1930 Euro. Hier summierten sich die kurzfristigen Verbindlichkeiten im Berichtsjahr auf 63,8 Millionen Euro, knapp ein Drittel mehr als 2011, damals lag die Pro-Kopf-Verschuldung bei knapp 1490 Euro. Ebenfalls im oberen Bereich liegt die Stadt Linnich mit 1850 Euro pro Kopf nach 1140 Euro im Jahr zuvor. Zum Vergleich: Die landesweiten Durchschnittswerte liegen bei 1329 Euro je Einwohner bzw. 1241 Euro (plus 7,1 Prozent). Linnich benötigte kurzfristig 24,9 Millionen, im Jahr zuvor waren es 15,4 Millionen.

In der Gemeinde Aldenhoven, die unter Aufsicht des Landes zwangssaniert wird, erhöhte sich die Pro-Kopf-Verschuldung von 1200 auf 1350 Euro. Die Kredite mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr erhöhten sich von 16,9 Millionen auf 18,8 Millionen Euro.

Die „flüssigste“ Kommune im Nordkreis ist Titz mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 490 Euro (2011: 467 Euro). Vier Millionen Euro musste die Landgemeinde kurzfristig aufnehmen nach 3,85 Millionen im Vorjahr. Bei den langfristigen Krediten, den so genannten Investitionskrediten, ist die Stadt Jülich Spitzenreiter im Kreis mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von rund 2350 Euro in beiden Jahren, das ist fast doppelt so hoch wie der NRW-Durchschnittswert (1270 Euro). Die Verbindlichkeiten der Ex-Kreisstadt lagen 2012 bei 77,35 Millionen nach fast 79 Millionen Euro im Vorjahr. In Aldenhoven verminderte sich die Verschuldung von 12,9 auf 12,3 Millionen, pro Einwohner sank sie von 925 auf 883 Euro. Linnich nahm mit 11,1 Millionen weniger Investitionskredite auf als im Vorjahr mit 11,9 Millionen. Pro Kopf waren dies 828 bzw. 886 Euro.

In Inden lagen diese Werte bei 601 bzw. 626 Euro, die Gemeinde nahm 2012 Investitionskredite von 4,1 Millionen Euro auf, 2011 waren es 4,29 Millionen. Titz finanzierte 2012 Investionen von 5,4 Millionen auf Pump (2011: 5,7 Millionen). Pro Kopf waren dies 663 bzw. 690 Euro.

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