Jülich - Diskussionsrunde: Wenn das Internet mehr weiß als der Partner

Diskussionsrunde: Wenn das Internet mehr weiß als der Partner

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Diskussion im Auditorium der Fachhochschule Aachen auf dem Campus Jülich: Referenten und Studierende diskutieren über das Thema: Digitaler Mensch – Was sind mir meine Daten wert? Foto: Mengel-Driefert

Jülich. Wir hinterlassen Spuren auf Facebook, Google und Co., längst sind unsere Daten im Netz verstreut. In einer interaktiven Diskussion erörterten Referenten und Studenten der FH Aachen im Auditorium auf dem Campus Jülich die Frage: Digitaler Mensch – Was sind mir meine Daten wert?

Die Moderation übernahm Barbara Baumann, Impulsreferate der Referenten führten in das Thema ein. Prof. Dr. Nicole Krämer vom Fachbereich Sozialpsychologie-Medien und Kommunikation an der Universität Duisburg-Essen sagte, dass die Vorteile der Sozialen Netzwerke, nämlich der wechselseitige Kontakt mit anderen Menschen, als höheres Gut betrachtet werde, als die Nachteile.

Dr. Jost Onstein vom Grundsatzreferat des Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit Bonn informierte über den Datenschutz. Der sei ursprünglich ein Schutz gegen den Staat gewesen. Als die Wirtschaft immer mehr Zugriff nahm, kippte die Zielsetzung, heute, mit der NSA-Affäre, gebe es wieder eine Rückbesinnung. Allerdings werde niemanden vorgeschrieben, bestimmte Dienste zu nutzen. Thomas Schauf vom Bundesverband Digitale Wirtschaft aus Düsseldorf stellte den positiven Aspekt der Sozialen Medien im arabischen Frühling heraus, denn somit konnten Informationen an der staatlichen Zensur vorbei verbreitetet werden. Anschließend lenkte er das Thema auf die Frage: Wie viel Informationen darf der Staat sammeln? Neben dem Begriff der Freiheit räumte Schauf der Verantwortung einen besonderen Stellenwert ein und forderte jeden auf, Medienkompetenz zu erwerben.

Im zweiten Teil der Veranstaltung entwickelte sich eine lebhafte Diskussion mit reger Beteiligung der Studierenden. „Wofür bin ich bereit zu zahlen?“, fragte Krämer rhetorisch in die Runde. „Wo gibt es individuelle Vorteile?“ Sie sprach die gezielte Werbung an, und das Phänomen, dass das Internet manchmal das richtige Weihnachtsgeschenk besser kenne als der Partner.

Das Wissen über die Gefahren des Internets sei in der Gesellschaft durchaus vorhanden, sagte Krämer zudem und fragte in die Runde: Wie bringt man Menschen dazu, das Wissen zu beachten? Ihre Antwort folgte sogleich mit der Aussage, es müsse ein Problembewusstsein entstehen, um die Einstellung zu verändern. Die Diskussionsrunde forderte Trigger im Netz, die auf Problematiken hinweisen.

Die Diskussion zählte zu den Pflichtveranstaltungen im Wahlseminar Ethik. Das Diskussionsforum wird von der Katholischen Studentengemeinde Jülich in Kooperation mit dem Fachbereich 9, Technomathematik und Biomedizintechnik, veranstaltet und ist grundsätzlich für jedermann offen.

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