Dieses Ehepaar gehört einfach hinter die Theke

Von: ng
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Kätchen und Hans Koßlar stehen selbst nach 35 Jahren im Geschäft noch gerne hinter der Theke und denken noch lange nicht an den Ruhestand. Foto: Gottfroh

Jülich. Seit 35 Jahren betreiben Hans Koßler und seine Frau Kätchen bereits die Gaststätte „Zum Franziskaner” in Jülich. In diesem Jahr hatten die beiden Wirtsleute neben dem Betriebsgeburtstag noch zwei weitere Jubiläen zu feiern. Sowohl Hans als auch Kätchen sind vor kurzem 70 Jahre alt geworden.

Mit einem rauschenden Fest, zu dem mehr als 200 Gäste eingeladen waren, feierten sie die drei Jubiläumstage, die sie kurzerhand addierten und zum „175-jährigen Jubiläum” einluden.

„Wir haben viel erlebt in den 35 Jahren, die wir in der Gastronomie tätig sind. Es gab Zeiten, in denen wir viel Stress hatten. Aber unsere Arbeit hat uns immer Spaß gemacht”, erklärt Hans Koßler. Obwohl beide nun das 70. Lebensjahr erreicht haben und damit längst den Ruhestand genießen könnten, denkt keiner der beiden daran, in Rente zu gehen.

Die Gäste sind wie eine Familie

„Ich bin nicht der Typ, der gerne den ganzen Tag zu Hause sitzt oder stundenlang auf dem Schlossplatz spazieren gehen möchte. Ich gehöre hinter die Theke und möchte so lange weiter arbeiten, wie es meine Gesundheit zulässt”, sagt Hans Koßler. Dieser Meinung ist auch seine Frau: „Unsere Gäste sind für uns so etwas wie eine Familie. Ich möchte mich noch lange nicht zurückziehen. So lange wir können, wollen wir die Gaststätte weiter betreiben.”

Nach 35 Jahren ist die Gaststätte „Zum Franziskaner” eine Institution in der Herzogstadt. Versammlungen der Jülicher Vereine und Parteien, Geburtstags- und Hochzeitsfeiern sind gang und gäbe. Viele Gäste hat das Ehepaar in den vergangenen Jahren kommen und gehen sehen. Einige Stammgäste sind im Laufe der Jahre verstorben.

Inzwischen zapfen die Koßlers für die erwachsenen Kindern der ehemaligen Stammgäste das Feierabendbier. Fragt man Kätchen Koßler nach dem Geheimnis des Erfolgs, so antwortet sie: „Ich glaube, die Leute kommen gerne wegen der familiären Atmosphäre zum Franziskaner. Wir haben immer ein offenes Ohr für unsere Gäste und wissen von ihren Sorgen und Freuden und kennen meist die ganze Familie seit langen Jahren.”

Neben den Jülicher Stammgästen haben Kätchen und Hans Koßler auch schon vielen Prominenten eingeschenkt. Natürlich sind die verschiedenen Bürgermeister der Herzogstadt in den vergangenen Jahrzehnten in der Wirtschaft ein- und ausgegangen.

„Sogar Norbert Blüm saß einmal an diesem Tisch”, erinnert sich Kätchen Koßler und zeigt auf einen Tisch des Lokals. „Damals hat Blüm auf dem Marktplatz eine Rede gehalten und danach einen Abstecher hierher gemacht.” Dabei passte der CDU-Politiker wirklich gut in die Gaststätte hinein. „Ich erinnere mich noch, dass Norbert Blüm ein richtig lockerer und netter Typ war wie der Nachbar von nebenan”, erklärt Kätchen Koßler.

Die „Laternen-Ehe”...

Auch Hans Koßler lässt es sich nicht nehmen, ein wenig in Erinnerungen zu schwelgen und kramt eine ebenso kuriose wie lustige Geschichte aus seinem Gedächtnis. „In den vielen Jahren, die wir den Franziskaner jetzt betreiben, war schon so manches Inventar bei den Gästen sehr begehrt”, erzählt der Wirt.

„Ein Gast wollte mir jahrelang eine große Standlaterne abkaufen. Als ich fragte warum, erzählte er, dass er an Karneval unter dieser Laterne seine Frau zum ersten Mal geküsst habe. Trotzdem wollte ich die Laterne nur ungern verkaufen. Doch der Gast ließ nicht locker. Als ich mich dann doch dazu durchgerungen hatte, ihm die Laterne zu überlassen, da war die Ehe leider schon fast wieder geschieden”, erinnert sich der 70-Jährige und zeigt dabei sein sympathisches Lachen.

Die Koßlers hatten jede Menge Arbeit in den vergangenen Jahrzehnten, doch bereuen sie nichts und lieben ihren Beruf nach wie vor. „Das schönste Geschenk für uns war die große Jubiläumsfeier, bei der wir den Menschen, die uns seit vielen Jahren unterstützen, mal richtig Danke sagen konnten”, freut sich Kätchen Koßler.

Gespannt warten die Jülicher nun natürlich auf das nächste Jubiläum, das sie mit dem Wirt-Ehepaar feiern können.
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