Dienstleistungszentrum: Altes Gemäuer ist zu klein

Von: Volker Uerlings
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Die lange Seite des Neuen Rathauses im Schwanenteich-Spiegel. Das alte Kreishaus (l.) spielt in drei Varianten der neuen Planung keine Rolle und könnte abgerissen werden. Foto: Uerlings

Jülich. Die Expertenmeinung war eindeutig: „Wir empfehlen Ihnen einen Neubau statt einer Sanierung und Erweiterung des Rathauses.” Die Aussagen von Professor Jörg Aldinger waren mit Spannung erwartet worden. Der Architekt aus Stuttgart hatte im Auftrag der Stadt die Machbarkeit eines Dienstleistungszentrums untersucht.

Darin sollen die heute auf mehrere Standorte verteilten Ämter der Stadtverwaltung, die Polizeiwache und Dienststellen des Kreises (Gesundheitsamt, Kfz-Zulassungsstelle) unterkommen. Fazit: Es geht, aber das Neue Rathaus reicht nicht.

Aldinger präsentierte seine Ergebnisse im Planungsausschuss und hatten fünf Varianten „im Gepäck”. Bei den Modellen A, B und C (siehe Tabelle rechts) handelt es sich um Neubauten westlich des Rathauses - in unterschiedlichen Formen. In all diesen Fällen wäre der alte Verwaltungsbau, der für geschätzt 5,5 Millionen Euro saniert werden müsste, aus Sicht der Stadt überflüssig. Da er wahrscheinlich unter Denkmalschutz gestellt werden wird, blieben die Gebäude mit Ausnahme des alten Kreishauses stehen und müssten neu genutzt werden.

In den Modellen D1 und D2 untersuchte Aldinger die Mitverwendung der bestehenden Heimat der Stadtverwaltung. Um einen Erweiterungsbau komme man nicht herum, sagte Aldinger, der ihn als langen Schlauch unmittelbar neben dem Neuen Rathaus vorschlug. Über Brücken würden Alt- und Neubau verbunden.

Vorausgegangen war der Studie eine genaue Abfrage des Raumbedarfs aller beteiligten Stellen. Auf dieser Basis lassen sich auch Anteile berechnen. Die Stadt käme auf zwei Drittel (67 Prozent), die Polizei auf 20, der Kreis auf 12 Prozent. Mit diesem Schlüssel ließen sich auch die Kosten verteilen - entweder beim Bau in eigener Hand oder bei einer Partnerschaft zwischen einem Privatinvestor und der öffentlichen Hand (PPP-Projekt).

Dieses Verfahren erläuterte Frank Meininger. Er und Aldinger plädierten für eine PPP-Finanzierung, bei der die staatlichen Stellen Eigentümer bleiben, aber über Jahrzehnte Mietzahlungen entrichten. Die Kosten der Varianten sind unterschiedlich. Grundsätzlich würde das Projekt viel teurer, wenn die Stadt alle Aufträge selbst ausschreibt. Schaltet sie einen Generalunternehmer ein, ergeben sich enorme Einsparungen.

Auf den ersten Blick erscheine die Sanierung und Erweiterung (D1) günstiger. Sie verfüge aber nicht wie die Neubauten über eine optimale Raumstruktur. Rechne man die ein (D2), sei der Unterschied nicht mehr so groß. Auch seien auf lange Sicht die Betriebskosten neuer Gebäude deutlich günstiger. Sollte sich der Stadtrat 2010 zu einer Grundsatzentscheidung durchringen, so Aldinger, könnten die Modelle A bis C Ende 2013 in Betrieb gehen. Sonst sei ein Jahr mehr einzuplanen.
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