Die Zeit der klaren Mehrheiten ist vorbei

Von: Antonius Wolters
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„15 Jahre sind genug”: Aldenhovens fraktionslose Ortsbürgermeisterin Marga Neger möchte bei der Kommunalwahl nicht mehr kandidieren. Foto: Wolters

Aldenhoven. Sieben Monate vor Ende der Wahlperiode zeigt der Aldenhovener Gemeinderat unübersehbare Zerfallserscheinungen. Betroffen sind die Fraktionen von CDU und SPD, die jeweils zwei Gemeindeverordnete verloren haben. Damit gibt es im Kommunalparlament, das bislang von einer Koalittion aus CDU und UsA „regiert” wurde, keine klaren Mehrheiten mehr.

Das Quartett der Fraktionslosen ist neben CDU, SPD, FWG und UsA eine eigene politische Kraft geworden.

Zu einer eigenen Fraktion werden sich die „Dissidenten” indes wohl nicht zusammenschließen. In der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses klang an, dass Alt-Bürgermeister Hans Schröder und Jakob Leipertz (beide ehemals CDU-Fraktion) die Möglichkeit zur Fraktionsbildung nutzen wollten.

„Ich neige nicht mehr dazu”, bestätigte Hans Schröder auf Anfrage „lockere Überlegungen”, doch müsste solch eine Fraktionsgründung ja auch formal in Gang gesetzt werden. Zudem stünden solch einer Fraktion Haushaltsmittel zu Lasten der Gemeindekasse zu. Schröder hält eine solchen Zusammenschluss aber für „politisch völlig uninteressant”.

Verzicht auf Retourkutsche

Schröder, der nach seinem Rückzug von der CDU-Fraktion aus diversen Gremien gewählt wurde und auch die Geschäftsführung der Woga verlor, verzichtet darauf, die Gelegenheit zu nutzen, um Verbündete zu suchen und eine Retourkutsche zu fahren. „Das ist nicht mein Stil.” Schröder hat nach 30 Jahren Ratsarbeit auch keine politischen Ambitionen mehr und kandidiert nicht für ein Ratsmandat.

„15 Jahre sind genug, für mich ist definitiv Schluss”, verzichtet auch Marga Neger, Ortsbürgermeisterin im Zentralort Aldenhoven, auf eine erneute Kandidatur. Sie hatte bereits kurz nach der Kommunalwahl 2004 auf Grund interner Querelen die SPD-Fraktion verlassen.

Seit dem Jahreswechsel ist Rolf Dorn, ehemals Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Aldenhoven, fraktions- und parteilos. Die Gründe, sein rotes Parteibuch zurückzugegeben, seien „hauptsächlich in der Bundespartei” zu suchen und dem Abschied von Parteichef Kurt Beck. Doch auch mit der Ratsarbeit ist Dorn nicht recht zufrieden. Aldenhoven sei inzwischen zu einer reinen Schlafstätte geworden, der Zentralort veröde. „Es lohnt sich nicht, sich da hinzusetzen”, glänzte er konsequenterweise im Gemeinderat häufig durch Abwesenheit. Nach insgesamt 20-jähriger Ratszugehörigkeit zieht sich auch Rolf Dorn nach Ende der Legislaturperiode aufs politische Altenteil zurück.

Das strebt Jakob Leipertz, Ortsbürgermeister von Freialdenhoven, keineswegs an. Nach Verlassen der CDU-Fraktion Anfang des Jahres will das „Stehaufmännchen” er erst recht wissen und kandidiert für den Geemeinderat.
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