Koslar - Die Zeichen bei Mondi stehen weiter auf Expansion

Die Zeichen bei Mondi stehen weiter auf Expansion

Von: hfs.
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Die Mondi-Geschäftsführung in Koslar, Barbara Lederer und Patrick Lennertz, erläuterte dem Jülicher Bürgermeister Axel Fuchs detailliert den Arbeitsprozess zum Beispiel von Tesafilm. Foto: hfs.

Koslar. Die Zeichen am Mondi-Standort Koslar stehen weiter auf Expansion. „Im letzten Jahr haben wir wieder rund eine Million Euro in unseren Standort investiert“, sagte Patrick Lennertz. Wenn er über „sein“ Werk spricht, schwingt ein gewisser Stolz mit. Den spürte auch der Jülicher Bürgermeister Axel Fuchs, als er nun der Einladung der Mondi-Belegschaft folgte und sich den Standort Koslar besuchte, der einer von 40 in der ganzen Welt des britisch-südafrikanischen Branchenriese ist.

Lautes Sirenengeheul lässt den Jülicher Bürgermeister in der großen Produktionshalle aufhorchen. „Keine Panik, jetzt läuft unsere große BM 12 an“, erklärt Barbara Lederer. Die gebürtige Österreicherin (34) ist Lennertz‘ rechte Hand. Er übernahm im Oktober 2017 die Geschäftsleitung im Koslarer Werk, zusätzlich zum Standort im holländischen Heerlen.

Das Duo an der Spitze machte gleich nach Amtsantritt das für einige Zeit eingeführte Vier-Schicht-System rückgängig. „Das war nicht so einfach, aber jetzt haben wir wieder eine rund 100 Mitarbeiter umfassende Belegschaft“, hörte Fuchs. Mondi fährt „Volllast“, die Produktion ist ausgelastet. Bereits zwischen 2007 und 2011 hatte der gebürtige Niederländer Lennertz in Koslar das Sagen, wechselte anschließend zum Standort Antwerpen, und nun wieder nach Koslar, wo sich „eine sehr gute Belegschaft aus hoch motivierten Mitarbeitern“ befinde, die innovative Projekte verwirkliche. „Wir sind auf einem sehr guten Weg“, sagte Lennertz – nicht zuletzt auch durch die ständigen Investitionen, die seit der Übernahme der Papierfabrik Schleipen und Erkens 2006 getätigt wurden. „Wenn man so will, waren es in Summe in jedem Jahr rund eine Million Euro.“ Und die letzte Million, die jetzt „verbucht“ wurde, floss zum Beispiel in hochmoderne Überwachungstechnik der BM 12, eine von zwei riesig großen rund 40 Meter langen Beschichtungsanlagen, auf denen Selbstklebe-Folien in einer Breite von 2,40 Metern – damit ist man in Europa konkurrenzlos – produziert werden. Dass die Anlage mit einem Tempo von 800 Metern in der Minute am Ende Millionen von Tesafilm-Röllchen hervorbringt – die auf Hochgeschwindigkeits-Umrollermaschinen auf die gewünschte Größe geschnitten werden – lässt Besucher erstaunen. Auf vielen neu installierten Monitoren können Maschinenführer und Mannschaft die Produktion verfolgen.

Sensoren und Kameras

Sensoren und Kameras entdecken in Millisekunden auch die kleinsten Fehler. Das Know-how hinter dieser Technik wird natürlich ebenso wenig preisgegeben wie die genauen Abläufe bei der gleichzeitig zweiseitig aufgetragenen Klebetechnik. „Die Silikonbeschichtung läuft völlig automatisch“, erfuhr Axel Fuchs von der Werksleitung und warf einen kurzen Blick auf die Mixtur, die automatisch auf die Trägerfolie aufgetragen wird. Mit der Herstellung dieser so genannten Release-Liner – gemeint sind Klebebänder, Dekorfolien, Etiketten und Umschläge – hat man sich in Koslar europaweit etabliert. „Wir sind auch großer Zulieferer für die Autoindustrie“, nannte Barbara Lederer Abnehmer, zudem gebe es „heute kein einziges Smartphone oder Tablet, in dem unsere Klebepads nicht verbaut sind“. Die zweiseitige Silikonisierung bei extrem dünnem Trägermaterial ist die Koslarer Spezialität. Diese Spezialisierung kostet Geld – und wird weiter Geld kosten.

Von Bürgermeister Axel Fuchs auf die „künftigen Wünsche für den Standort“ angesprochen, musste Lennertz nicht lange überlegen. „So viele gibt es nicht. Ich hoffe, dass die Kundenzufriedenheit weiter bestehen bleibt, dass wir mit neuen Produkten auf den Markt kommen und dass die Mitarbeiter weiterhin so motiviert und engagiert sind.“ Dass Mondi Koslar finanziell auf gesunden Füßen steht – die Mondi-Gruppe erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von 6,7 Milliarden Euro –, macht das Führungsduo Lennertz/Lederer stolz. Die Beschäftigten sind daran maßgeblich beteiligt und erhielten Boni. „Sie tun etwas für unsere Region, sie sollen wissen, dass die Stadt Jülich an ihrer Seite steht“, sagte Fuchs zum Abschluss des Besuchs.

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