Die umfassende Reise in ein „Universum in Glas”

Von: Otto Jonel
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Die Materialsammlung zum Ausst
Die Materialsammlung zum Ausstellungskatalog „Ludwig Schaffrath” ist nahezu abgeschlossen. Hier sichtet Museumsleiterin Dr. Myriam Wierschowski das Titelmotiv des 200 bis 300 Seiten starken Katalogs. Foto: Jonel

Linnich. Ein Universum in Glas - dieser Beiname stünde dem Glasmalerei-Museum Linnich selbst gut zu Gesicht, wenn er nicht schon reserviert wäre. „Universum in Glas” wird die große Ausstellung heißen, die sich dem Werk des weltbekannten Künstlers Professor Ludwig Schaffrath widmet. Sie wird das Museum vom 19. Mai bis zum 28. Oktober beherrschen und wird in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes sein.

Schaffrath zählt zu den Geburtshelfern des Glasmalerei-Museums. Damit allein zählt er zu einem kleinen Kreis von Menschen, die für und in diesem einzigartigen Museum einen besonderen Stellenwert besitzen. Darüber hinaus war Ludwig Schaffrath ein Universalkünstler, wie es nur wenige gibt. Und trotz seines Länder und Kontinente überschreitenden Wirkens war der gebürtige Schaufenberger ein „heimatverbundener Mensch”, wie die Leiterin des Linnicher Glasmalerei-Museums, Dr. Myriam Wierschowski, betont.

„Schaffrath fühlte sich mit dem Bergbau und der Region sehr verbunden.” Zu Schaffraths Beisetzung im vergangenen Jahr sang nicht von ungefähr ein Knappenchor. Derselbe übrigens, der auch bei der Ausstellungseröffnung im Glasmalerei-Museum für den guten Ton sorgen wird.

Ebenfalls etwas Besonderes ist die räumliche Nähe zum Werk des Künstlers. 20 Autominuten sind es vom Glasmalerei-Museum zu Schaffraths Atelier in Alsdorf. Myriam Wierschowski arbeitet gemeinsam mit Dr. Dirk Tölke das hinterlassene Lebenswerk Schaffrath auf.

Ergebnis dieser Arbeit wird ein 200 bis 300 Seiten starker Katalog sein, eine umfassende Reise in das „Universum in Glas”. „Dabei arbeiten wir ganz eng mit Ludwig Schaffrath ältester Tochter zusammen.” Ursula Schaffrath-Busch ermöglicht den Zugang zu einem riesigen Fundus. „Es macht Spaß, dass man bei der Sichtung des Vermächtnisses wissenschaftlich arbeiten kann”, sagt Myriam Wierschowski in dem Wissen, dass Schaffraths künstlerischer Output in seiner Gesamtheit kaum zu fassen ist.

Im Glasmalerei-Museum wird daher auch nicht Schaffraths gesamtes Lebenswerk zu sehen sein. „Wir werden hier sein komplettes glasmalerisches Spätwerk zeigen.” Aber auch das wird in dieser Form außergewöhnlich sein, denn so umfassend - es werden nur zwei Werke fehlen, die in die USA nach Chicago verkauft wurden, fehlen - war der „späte Schaffrath” noch nie zu sehen.

Zu den Exponaten zählen 30 Werke, die unter dem Begriff „Schwanengesang” zusammengefasst wurden. Es ist Schaffraths Verbeugung vor Persönlichkeiten, die ihn in besonderer Weise beeindruckt und beeinflusst haben. Die Ausstellung umfasst zudem Werke der Zyklen „Fossil” und „Sigillarien”, aus denen sich Schaffrath Verbundenheit mit dem Bergbau ableiten lässt. Diese Themen hatte bereits in den 1960-er Jahren in seinem malerischen Schaffen aufgegriffen.

Die Ausstellung, vier begleitende Exkursionen und der große Katalog

Die Ausstellung „Ludwig Schaffrath - Universum in Glas” ist im Linnicher Glasmalerei-Museum von Samstag, 19. Mai, bis Sonntag, 28. Oktober, zu sehen.

Flankiert wird die Werkschau von vier Exkursionen. Sie führen zu Schaffraths Werken in Aachen. Neben dem Aachener Dom vor allem zur Grabeskirche St. Josef, in der Ludwig Schaffrath beigesetzt wurde, und zu seinen Werken in Düren.

Die dritte Exkursion führt nach Würselen-Broichweiden, Alsdorf-Schaufenberg und Herzogenrath-Streiffeld, bevor in der letzten Exkursion als Höhepunkt Schaffraths Atelier in Alsdorf besichtigt wird.

Der Katalog „Universum in Glas” wird rechtzeitig zur Ausstellung fertig sein. Der Preis des mehrere hundert Seiten umfassenden Hochglanzbuches wird zwischen 30 und 40 Euro liegen.

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