Die Tafel macht jetzt reinen Tisch

Von: dama
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Maria Güldenberg von der Jülicher Tafel (v. l. ), Vorsitzender Thomas Sagefka sowie die Aldenhovener Küsterin Karin Weber und Pfarrer Charlie Cervigne arbeiten jetzt noch intensiver Hand in Hand. Foto: Martinak

Jülich. In Jülich gibt es die Tafel, in Aldenhoven den Tisch. Beides Organisationen, die bedürftigen Menschen unter die Arme greifen, was Verpflegung angeht. Dabei spiele weder, so wird betont, Alter noch Konfession eine Rolle. Jeder habe laut den Mitgliedern ein Recht auf diesen Anspruch.

Während der Tisch in der Merzbach-Gemeinde bereits seit dem Jahr 2004 besteht, wurde 2006 dann die Jülicher Tafel gegründet. „Konkurrenz bestand nie“, versichern sowohl Tafelvorsitzender Thomas Sagefka als auch Pfarrer Charlie Cervigne, der für den Aldenhovener Tisch zuständig ist.

Und dennoch gab es hier und da Diskrepanzen. Nämlich insofern, das sich scheinbar zahlreiche Klienten aus Aldenhoven nebst dem Tisch auch an der Tafel in der Herzogstadt bedienten. „Das war einfach unfair gegenüber denjenigen, die sich tatsächlich Gedanken darüber machen, dass alle etwas abbekommen“, ärgert sich Tafelvorstandsmitglied Maria Güldenberg. Fazit: Die Zuständigkeitsbereiche müssen klar geklärt sein.

Und genau dieser Plan ist jetzt umgesetzt worden. Künftig werden Aldenhovener Klienten an den Tisch verwiesen, während Jülicher Bedürftige sich tatsächlich nur der Tafel wenden dürfen.

Sämtliche Klienten sind persönlich oder per Rundschreiben benachrichtigt worden, an den Türen beider Organisationen hängen Hinweisschilder. „Es ist nicht nur die Doppelversorgung, die uns zu schaffen gemacht hat. Auch die Tatsache, dass viele Discounter gar nicht mehr wussten wohin sie ihre Lebensmittel nun bringen sollen. Jetzt gibt es klare Richtlinien“, erklärt Cervigne. Nun seien beide Einrichtungen froh, eine gewisse Sicherheit zu haben.

Klar, habe es jede Menge Unruhe gegeben und die gibt es laut dem Personal immer noch, dennoch seien sämtliche Ängste der Klienten unbegründet.

Während die Jülicher Tafel 66 Bedarfsgemeinschaften an Aldenhoven verwiesen hat und nun noch rund 490 betreut, umsorgt der Aldenhovener Tisch inzwischen 150 bedürftige Alleinstehende und Familien. Dabei arbeiten in der Jülicher Einrichtung 60 Ehrenamtler und Angestellte, in Aldenhoven sind es 15.

Die neue Situation müsse sich noch ein wenig einspielen, aber das Ziel sei fest im Blick, heißt es. Im Grunde bedeutet die Umstrukturierung nur eins: es wird noch intensiver Hand in Hand gearbeitet, die Dienstwege sollen möglichst kurz gehalten werden. Und jetzt wird nicht nur an einem Strang gezogen, sondern „auch an einem Ende“, wie Sagefka es ausdrückt.

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