„Die Schneekönigin“: Märchenklassiker in moderner Version

Von: ptj
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Die Situation spitzt sich zu: Am Nordpol tobt die Schneekönigin (Andrea Royé), sie will Kay (Thomas Adamek l.) vernichten. Der weise Rabe (Réné Blanche) denkt nach. Foto: Jagodzinska

Jülich. Der geheimnisvolle Märchen-Klassiker „Die Schneekönigin“ von Hans Christian Andersen fesselt immer wieder. Im Winter 2015 kam er als Kooperationsprojekt der Aachener Schauspielschule und des Kulturbüros der Stadt Jülich in der Stadthalle zur Aufführung.

In der sehr gut gelungenen aktuellen Version ist das inzwischen neu gegründete „Burgtheater Overbach“ Veranstalter, Spielort die Aula in Haus Overbach. Regie führt Andrea Royé, künstlerische Leiterin der Aachener Schauspielschule und des Burgtheaters. Co-Regisseur ist deren Leiter Réné Blanche.

Drei bewährte Akteure, zehn neue und gute Aachener Schauspielschüler und Absolventen präsentierten sich dem begeisterten Publikum, darunter auch Mimen aus dem Jülicher Land wie Tabea Peters aus Aldenhoven oder Anne Papenfuß aus Titz, die erst letzten Sommer erfolgreich die Schauspielwerkstatt in Haus Overbach absolvierte.

Royé verkörpert die faszinierende eiskalte Schneekönigin, Blanche mimt den eindrucksvollen Raben mit österreichischem Akzent am Nordpol. Eine Doppelrolle wird von Kushrim Hetemi besetzt, der sowohl in die Haut von „Jochen mit der Kiepe“ als auch in die des königlichen Leibarztes in Kamtschadka schlüpft.

Die gelungene, gut einstündige Version ist in fünf Akte und begleitende Erzählpassagen unterteilt. Hoch oben in den Bergen, „wo nur noch die Trolle wohnen“, bastelt der große Troll (Stephan Turcaud) aus boshaftem Schabernack einen Zauberspiegel, der alle Spiegelungen hässlich verzerrt. Als der Spiegel zerbricht, verteilen sich die Scherben lichtreflexartig über die ganze Erde. Die Trollfrau (Anja Setzen) tobt, und der gutmütige kleine Troll (Julia Hollmeier) sammelt auf der Erde alle Scherben ein, um zu verhindern, dass die Menschen dadurch „böse werden“.

Die zweite Szene spielt im Wirtshaus des Großvaters (Michael Schroers), wo die Verlobten Gerda (Tabea Peters) und Kay (Thomas Adamek) die eiskalte Schneekönigin (Andrea Royé) aus der Ferne provozieren. Sogleich landet der letzte, noch nicht aufgesammelte Splitter in Kays Auge. Gleichzeitig nimmt die Schneekönigin dem Jungen jede Freude und zwingt ihn, sie zu begleiten.

Erneut im Reich der Trolle findet Gerda Gnade bei der Trollmutter, die ihre beiden Trollmänner zu ihrer Verstärkung mit auf die Suche nach Kay schickt – die Geister der Erde, des Wassers und der Luft schreiten helfend ein.

Der nächste Akt spielt beim König von Kamtschadka (Wolfgang Reuter), der lebensfrohen Prinzessin (Vera Klauke), dem gestrengen Hofmeister (Roman Visser) und dem besorgten Leibarzt (Kushrim Hetemi). Dort will die Schneekönigin den Thron einnehmen, verzichtet aber wegen der Hitze darauf.

Das letzte Bühnenbild zeigt den in Pastellfarben ausgeleuchteten Nordpol, wo der weise Rabe (Réné Blanche) und der scheue Schneehase (Anne Papenfuß) in der bis dahin traurig verlaufenden Liebesgeschichte das Nordlicht um Hilfe bitten. Letztendlich bringt die große Liebe von Gerda und Kay das Eis zum Schmelzen. Leiter und Absolventen der Schauspielschule ernteten in der Spezialaufführung für Grundschüler, die die ganze Aufführung mit regen Gefühlsausbrüchen begleitet hatten, begeisterten Applaus für ihr bewegendes Spiel.

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