Jülich - „Die Schneekönigin“ feiert glanzvolle Premiere

„Die Schneekönigin“ feiert glanzvolle Premiere

Von: ptj
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Die Schneekönigin (Andrea Royé) verbreitet überall Angst und Schrecken: Als Rabe ist links im Hintergrund Réné Blanche, Leiter der Aachener Schauspielschule, zu sehen. Foto: Jagodzinska
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Auf dem Thron der Schneekönigin: Der Rabe (Réné Blanche) und der Schneehase (Marijke Simens) überlegen, ob es Wege gibt, Kay aus der Hand der Eiskönigin zu retten. Foto: Jagoszinska

Jülich. Eine tolle Premiere wurde in der Stadthalle gefeiert. Erstmals wurde der geheimnisvolle Märchen-Klassiker „Die Schneekönigin“ von Hans Christian Andersen als Kooperationsprojekt der Dozenten und Absolventen der Aachener Schauspielschule und des Kulturbüros der Stadt Jülich inszeniert.

Beide Seiten profitieren von der Zusammenarbeit. Die Absolventen der Aachener Schauspielschule sammeln Bühnenerfahrung und bekommen somit „eine Chance für ihren Start ins Berufsleben“, Jülich gewinnt ein „Theater der Stadt“. Gleichzeitig will das Kulturbüro an die alte Jülicher Tradition anknüpfen, in jedem Advent ein Weihnachtsmärchen zu zeigen, sagt Christoph Klemens aus dem Kulturbüro.

Andrea Royé, künstlerische Leiterin der Aachener Schauspielschule, sprang vor wenigen Wochen für die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr verfügbare Regisseurin Olga Romanovskaya ein. Im Märchen schlüpft Royé in die Haut der im doppelten Sinne eiskalten Schneekönigin.

Schauspielschulleiter und Co-Regisseur Réné Blanche mimt sowohl den Großvater im Wirtshaus als auch den eindrucksvollen Raben mit österreichischem Akzent am Nordpol. Eine zweite Doppelrolle wird von Mirko Alles besetzt. Er schlüpft in die Haut von „Jochen mit der Kiepe“ und die des königlichen Leibarztes in Kamtschadka.

Die gut einstündige Version der gelungenen Inszenierung ist in Erzählpassagen und fünf Bühnenbilder unterteilt. Im Reich der Trolle hoch oben in den Bergen bastelt der große Troll (Sven Bünemann) aus boshaftem Schabernack einen Zauberspiegel, der alle Spiegelungen hässlich erscheinen lässt. Als der Spiegel zerbricht, verteilen sich die Scherben als Lichtreflexe über die ganze Erde. Die Trollfrau (Simone Severin) tobt, und der gutmütige kleine Troll (Lukas Metzinger) sammelt auf der Erde aus Sicherheitsgründen alle Scherben ein.

Die zweite Szene spielt im Wirtshaus des Großvaters (Réné Blanche), wo die Verlobten Gerda (Aylin Duman) und Kay (Thomas Adamek) die eiskalte Schneekönigin aus der Ferne provozieren. So-gleich landet ein Splitter in Kays Auge. Gleichzeitig friert die Schneekönigin sein Herz ein und verleitet den Jungen dazu, mit ihr zu gehen. Erneut im Reich der Trolle findet Gerda Gnade bei der Trollmutter, die ihre beiden Trollmänner und den Nordwind zu ihrer Verstärkung mit auf die Suche nach Kay schickt.

Die nächste Szene spielt beim König von Kamtschadka (Christoph Frings), der Prinzessin (Carina Tschenke), Hofmeister (Nicolaus Adamos) und Leibarzt (Mirko Alles). Dort will die Schneekönigin den Thron einnehmen, sieht sich aber wegen der Hitze gezwungen, darauf zu verzichten.

Das letzte Bühnenbild zeigt den wunderschön ausgeleuchteten Nordpol, wo Rabe (Réné Blanche) und Schneehase (Marijke Simens) in der traurig verlaufenden Liebegeschichte den Nordwind um Hilfe bitten. Ob dieser nun in Helferlaune ist oder nicht, wird noch nicht verraten. Leiter und Absolventen der Schauspielschule ernteten donnernden Applaus für ihr ausdrucksstarkes Spiel.

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