Die scheidenden Amtsinhaber: Heinrich Stommel und Ulrich Schuster

Von: -vpu-/jan
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Heinz Spelthahn (Jülich)
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Ulrich Schuster (Inden)

Jülicher Land. Ein Bürgermeister-Kandidat muss per Gesetz keine beruflichen Voraussetzungen mitbringen, um sich zur Wahl zu stellen. Er hat formale Hürden zu nehmen (Aufstellung durch Parteien oder alternativ Unterstützerunterschriften aus der Bürgerschaft).

Von daher hat unsere Redaktion nicht nur Amtsinhaber gefragt, sondern auch einen „Querdenker“ aus Jülich, der früher einmal Gemeindedirektor (in Jüchen) gewesen ist, aber inzwischen als Jurist und politisch engagierter Mensch viele Seiten der Medaille kennt, weil er Kommunen und Politiker berät: Warum soll denn nur ein Verwaltungsexperte einen guten Job als Bürgermeister machen?

Heinz Spelthahn: „In den Kommunen des Kreises Düren – mit Ausnahme der Stadt Düren – halte ich es für unabdingbar, dass der Mann an der Spitze Kommunal- Verwaltungsfachmann ist, nach Möglichkeit Verwaltungsjurist ist.

Hier muss der Bürgermeister selbst arbeiten und kann sich nicht nur auf die Zuarbeit verlassen.“ Spelthahn weiter: „Der Bürgermeister muss nicht alles können, aber je kleiner die Verwaltung, um so mehr kommt es auf den Mann/die Frau an der Spitze an.“ Warum die Einschränkung „außer Düren“? „Etwa bei 70.000 Einwohnern kann „jeder“ Bürgermeister.“

Das Anforderungsprofil aus seiner Sicht: „Die wichtigste Fähigkeit des Bürgermeisters ist seine ,Liebe zur kommunalen Selbstverwaltung‘, damit zusammen hängt die Freude, Verantwortung zu tragen und auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen. Und er muss aus dem Stand wissen, wie die Arbeitsteilung zwischen Rat und Verwaltung und zwischen Kommune und Kreis, zwischen Kommune und Bezirksregierung ist.“

Der Jülicher Bürgermeister Heinrich Stommel antwortet auf unsere Frage, was ein Bürgermeister „drauf haben“ sollte so: „Er muss bei Entscheidungen weitgehend auf eigenes Urteilsvermögen und eigene Kenntnisse zurückgreifen können. Er muss sich inhaltlich und emotional auf unterschiedlichste Situationen und Personen einstellen können.“

Der scheidende Amtsinhaber Ulrich Schuster (Inden) formuliert nach elf Jahren im Bürgermeister-Sessel der Gemeinde die Ansprüche an seinen Nachfolger folgendermaßen: „Man braucht Geduld und muss gut zuhören können. Wichtig dabei ist, dass man gegenteilige Meinungen akzeptieren kann.“

Zudem brauche man die Fähigkeit, hin und wieder den Blick über den Tellerrand der Gemeinde hinweg zu richten auf der Suche nach kreativen Lösungen. Auf solche sind viele Kommunen im Kreis Düren angesichts der prekären Haushaltslage angewiesen. Apropos Haushalt: In seiner letzten Ansprache vor dem Rat hat Schuster eine weitere Eigenschaft bewiesen, als er den bisherigen Kurs des Rates kritisierte, auf Steuererhöhungen zu verzichten. „Man muss manchmal unbequem sein“, sagt Schuster.

Was ihn zu Beginn seiner Amtszeit überrascht hat, war die Detailarbeit. „Man ist nicht nur für die großen Entscheidungen zuständig, sondern auch für die ganz kleinen. Und dafür sollte man unbedingt genau so viel Begeisterung mitbringen.“

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