Die Ringelnatter ist in der neuen Inde-Aue nachgewiesen

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Das Ringelnatter-Vorkommen in der neuen Inde-Aue wurde auch vom Kirchberger Naturfotografen Frank Kirstein dokumentiert. Foto: Frank Kirstein
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Uwe Michel an der Inde: Auf dem Weg zur Arbeit hat er die Reptilien mehrfach beobachtet, die sich in der neue Indeaue angesiedelt hat. Foto: RWE Power

Kirchberg/Viehöfen. Der RWE Power-Techniker Uwe Michel (59) hat einen besonders schönen Weg zur Arbeit. Nicht nur, dass er in der hellen Jahreszeit die 14 Kilometer von Weisweiler nach Viehöfen bei Schophoven mit dem Fahrrad zurücklegt. Darüber hinaus fährt er durch die neue Inde-Aue und bekommt so den Wandel der Jahreszeiten und das Wachstum täglich mit.

Weil er früh um Viertel nach Fünf startet, ist das Naturerlebnis besonders intensiv. So hat Michel erstmals 2012 und seitdem mehrfach Ringelnattern an der Inde beobachtet.

„Das war immer an warmen Sommertagen nachmittags. Leider konnte ich die Ringelnattern nur zweimal mit dem Handy fotografieren, weil sie sehr scheu sind“, berichtet er. Michel baut beruflich Rohrleitungen und ist kein Fachmann für Flora und Fauna. Doch es beeindruckte ihn, dass er die seltene und scheue Ringelnatter dort so kurz nach der Fertigstellung der Aue sah, und meldete die Sichtungen seinen Kollegen. Michel: „Für mich zeigt das, wie wertvoll dieses Gebiet aus ökologischer Sicht ist.“

Mittlerweile wurden Funde dieser Art auch von anderen Naturfreunden, unter anderem dem Jülich-Kirchberger Tierfotografen Franz Kir­stein, bestätigt.

Gregor Eßer, Leiter der Forschungsstelle Rekultivierung von RWE Power: „Aufgrund der vielen Beobachtungen und der Belegfotos können wir davon ausgehen, dass die Ringelnatter jetzt weite Teile der neuen Indeaue besiedelt.“ Das ungiftige Reptil sei wahrscheinlich über die Ruraue, also von Kirchberg her, in die Indeaue eingezogen. Im Naturschutzgebiet „Ruraue-Indemündung“ ist die Ringelnatter seit längerem nachgewiesen.

Die Ringelnatter ist eine sehr seltene und anspruchsvolle Reptilienart und somit auch eine Leitart für intakte Feuchtgebiete. Ihr Einwandern ist laut Jochen Weglau vom Kölner Büro für Faunistik ein weiterer Beleg dafür, dass die rekultivierte Indeaue sich zu einem sehr naturnahen Flussauensystem entwickelt hat.

„Mit der Umgestaltung der Inde wurde neuer Lebensraum für die Ringelnatter erschlossen. Darüber hinaus ist der Erstfund der Ringelnatter in der Rekultivierung auch ein Beleg dafür, dass die Artenvielfalt in den Landschaften ,hinter dem Bagger‘ oft höher ist als in der übrigen Region.“

Die Ringelnatter ist in der Niederrheinischen Bucht ansonsten vom Aussterben bedroht. Die Weibchen werden bis zu 1,50 Meter lang, die Männchen höchstens 80 Zentimeter.

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