Die persönlichen Zehn Gebote des Künstles Otmar Alt

Von: jago
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Pfarrerin Wiebke Haberck und Wolfgang Wittmann rezitierten abwechselnd Fabeln vor den von Otmar Alt bildlich interpretierten lutherschen Äsop-Übersetzungen.
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Angetan von der Präsentation seiner Werke und der Gestaltung der Vernissage zeigte sich Otmar Alt. Foto: Jagodzinska

Linnich. „Mal etwas Neues versuchen“ wollte die Evangelische Kirchengemeinde Linnich laut Pfarrerin Wiebke Harbeck bei der Vernissage zur Ausstellung „Vom Hahn und der Perle“. Hinter dem Titel verbergen sich Bilder von Otmar Alt, inhaltlich angelehnt an einige von Martin Luther übersetzte Fabeln des Äsop.

Neben dem Jubiläum „500 Jahren Reformation“ war in diesem besonderen Fall das 300-jährige Bestehen der Evangelischen Kirche in Linnich Anlass der Kunstpräsentation im Rahmen des zu Ende gehenden Linnicher Kultursommers. Dass die bundesweit an prominenten Orten wie etwa in Berlin gezeigte und viel beachtete Ausstellung ihre Reise in Linnich beendet, ist der pfiffigen Vermittlungstaktik von Heinrich Oidtmann und der Unterstützung durch die Otmar-Alt-Stiftung zu verdanken.

Kein festes Programm

Das Besondere am Programm war, dass es kein Programm gab, so dass die Besucher sich unvoreingenommen und in gespannter Erwartung auf Lesungen, begleitende Musik und die „kleine, feine Auswahl an Bildern“ einlassen konnten.

Nachdem Wiebke Harbeck zu Beginn das Wesen der Fabel in Erinnerung gerufen hatte, rezitierten sie und Wolfgang Wittmann im Wechselgespräch vor den von Otmar Alt bildlich interpretierten Fabeln die lutherschen Äsop-Übersetzungen und deuteten anschließend die darin transportierten moralischen Wertungen. Als eine sehr gute Idee erwies sich die Integration der musikalischen Beiträge des Kölner Ensembles „Fortuna Canta“ als Bindeglied zwischen den Vortragspassagen.

Die großartige Darbietungen höfischer Weisen nahmen die Zuhörer mit in die Epoche des ausgehenden Mittelalters und schufen zudem Zeit, in der Fantasie eigene Deutungen der gerade gehörten Fabel lebendig werden zu lassen. Bei den Fabeln „In der Höhle des Löwen“ und der „Vom Fuchs und Raben“ waren die Gäste aufgefordert, ihre Gedanken schriftlich auf vorbereiteten Merkzetteln zu notieren.

Erfreulich viele nutzten die Gelegenheit, ihre Folgerungen zu formulieren. Für spontane Heiterkeit und herzliches Lachen sorgte ein Teilnehmer, der die Fabel, in der der Rabe sein gerade ergattertes Käsestück an den ihm schmeichelnden Fuchs verliert, mit einem Reim deutete: „Geht man dem Schleimer auf den Leim, geht man ohne Käse heim.“

„Mein Herz geöffnet“

Der Künstler Otmar Alt zeigte sich äußerst beeindruckt und angetan von der Präsentation seiner Werke und der Gestaltung der Vernissage: „Ich bin überwältigt, was ich heute Abend hier erlebt habe, das hat mein Herz geöffnet.“ Die meisten seiner persönlichen Zehn Gebote, wie zum Beispiel „Folge deiner Kreativität“ oder „Lass dich inspirieren“ seien zum Ausdruck gekommen. Inspiration holten sich auch die Schwestern Lea (9 Jahre) und Eva (8), die während der gesamten Veranstaltung aufmerksam dem Geschehen folgten.

Stolz zeigten sie das speziell für sie vom Künstler signierte Plakat, das sie zu Hause aufhängen und als Vorlage für eigene Gemälde nutzen möchten. „Es ist so toll, dass wir so einen berühmten Maler in echt erleben“, sagten sie fast gleichzeitig und strahlten dabei um die Wette. Viel zu lachen, das Schöne zu schützen und die Natur zu lieben empfahl Otmar Alt den Besuchern der Vernissage. Ein Stück weit kann man dies bei einem Besuch der Ausstellung nachempfinden.

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