Die negative Wirkung von Zucker deutlich machen

Von: sas
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Wie viel Zucker ist da drin? Erzieherin Sabine Beck und die Kinder nehmen verschiedene Lebensmittel unter die Lupe. Foto: Sascha Schiffer

Selgersdorf. „Es ist wichtig, dass die Ernährungserziehung im Kindergarten stattfindet“, erklärte Ernährungswissenschaftlerin Sabine Lacour bei der Übergabe des Zertifikats „Anerkannter Bewegungskindergarten mit dem Pluspunkt Bewegung“ für die Kindertagesstätte Wilde 13 in Selgersdorf.

„Ich freue mich, dass wir die erste Kita sind, die dieses Zertifikat bekommt“, sagte Michaela Langen, Leiterin des Kindergartens. Alle Kitas in der Jülicher Region sind mit dem Zertifikat „Bewegungskindergarten“ ausgezeichnet, doch die Wilde 13 sei die erste mit dem „Pluspunkt Ernährung“, erklärte Katarina Esser, die als Vertreterin für die Stadt Jülich vor Ort war. „Ich freue mich, dass die Wilde 13 vorangeht. Das Ziel ist es, weitere städtische Kitas mit diesem Zertifikat auszustatten“, sagte Esser. Harald Garding vom Jülicher Turnverein war ebenfalls begeistert: „Wir freuen uns sehr, ein Kooperationspartner zu sein.“ Das Projekt ist ein Angebot der Landesregierung und der gesetzlichen Krankenkassen NRW, in Kooperation mit dem Landessportbund NRW.

Die Erzieherinnen des Kindergartens haben sich bereits vor zwei Jahren für das Zertifikat „Bewegungskindergarten“ fortgebildet. Für das Ernährungszertifikat gab es im vergangenen September eine zweitägige Weiterbildung bei der Ernährungswissenschaftlerin Sabine Lacour. Dabei wurden den Erzieherinnen die Grundlagen für eine gesunde Ernährung vermittelt. „Danach haben wir unser Programm durchleuchtet, um zu schauen, was besser gemacht werden muss. Wir haben auch die Eltern zu einem Elternabend eingeladen, um sie mit ins Boot zu holen“, erklärte Langen.

Dann begann die Arbeit mit den Kindern. „Angefangen hat alles mit Bert Brokkoli“, erklärte Erzieherin Sabine Beck. Bert Brokkoli ist eine Handpuppe, die den Kindern zu Beginn des Projekts vermittelt hat, was gesund ist und was nicht. Dafür haben die Erzieher mit den Kindern eine Lebensmittelpyramide gebastelt, auf der in Bildern verdeutlicht wird, wie viel die Kinder pro Tag zu sich nehmen müssen. Dabei sind Wasser, Gemüse und Obst ganz wichtig und in Grün unterlegt. Milch, Käse und Fleisch sind auch wichtig und daher in Gelb unterlegt. Süßigkeiten und Pflanzenöl sollte man sparsam zu sich nehmen und haben daher einen roten Hintergrund.

„Die Ampelfarben erleichtern den Kindern, zu erkennen, was gut ist und was nicht“, sagte Langen. Nach der Lebensmittelpyramide haben die Kinder weitere Plakate zum Thema Ernährung gebastelt. Ein grünes Plakat beschäftigt sich mit den Vitaminen A, B und C, Calcium und Eisen. Neben den einzelnen Punkten sind passende Lebensmittel aufgeklebt und Bilder, die zeigen, was Vitamine, Calcium und Eisen im Körper bewirken. Direkt neben diesem Plakat hängt ein rotes Plakat mit Bildern von verschiedenen Süßigkeiten und Getränken, die viel Zucker enthalten. Rechts daneben vier Bilder mit gelben Zähnen, Speckfalten und zwei Kindern – eins aufgedreht, das andere müde. Sie zeigen die negativen Auswirkungen von Zucker.

Auf einem weiteren grünen Plakat ist abgebildet, wie gesundes Frühstück, Mittagessen und Abendessen aussehen sollten. Darunter eine aufgehaltene Hand mit dem Schriftzug „Eine Portion“: „Diese Hand soll den Kindern zeigen, dass es okay ist, pro Tag eine Handvoll Süßigkeiten zu essen. Aber nicht mehr“, erklärte Beck.

Das aktuellste Projekt war auf einem Tisch ausgebreitet. Darauf zu sehen: viele unterschiedliche Lebensmittel und Getränke. Vor den Lebensmitteln Zuckerwürfel, um den Kindern zu verdeutlichen, wie viel Zucker beispielsweise in Cola, Tee oder Schokolade ist. „Wir haben mit den Kindern überlegt, was sie zu Hause essen und wie viel Zucker drin ist“, sagte Beck. Das Ergebnis ist teilweise erschreckend, vor allem, wenn in einer Packung Baby-Tee 140 Zuckerwürfel stecken: „Das ist totale Betrügerei“ sagte eines der Kindergartenkinder.

Auch die Eltern sind begeistert von dem Projekt: „Ich finde das Programm gut. Meine Tochter kam eines Tages zu mir und sagte, dass sie keinen Eistee mehr trinken wolle, weil da zu viel Zucker drin sei“, sagte Gabi Schmit. „Mein Schlüsselerlebnis war, dass ich mein Kind dabei beobachtet habe, dass es nur noch eine Handvoll Süßigkeiten pro Tag nimmt und nicht mehr“, erklärte Nadja Sippel. Nach der Vorstellung des Projektes wurden alle dazu aufgerufen, sich ein bisschen zu bewegen, bevor man sich am Buffet bedienen konnte. Beim Bewegungstanz hieß es: Arme nach vorne, Daumen nach oben, Arme bewegen, dann in die Knie und wieder hoch. Im Anschluss stürzten sich die Kinder auf das Buffet mit Obstspießen aus Trauben, Bananen und Erdbeeren, einem Gemüse-Mozzarella Krokodil aus Gurken, Möhren, Tomaten und Mozzarella und einem Rohkost-Zug aus Paprika, Gurken, Möhren und Trauben.

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