Die Linnicher SPD poliert das Selbstwertgefühl

Von: Otto Jonel
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Fisch und Politik am Aschermittwoch – diese Tradition der Linnicher SPD führt Marion Schunck-Zenker Parteivorsitzende und Nachfolgerin von Hans-Friedrich Oetjen (vorn) fort. Foto: Jonel
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Auf der Durchreise nach Belgien setzte Dietmar Nietan beim politischen Aschermittwoch der SPD Linnich und des Unterezirks den Motivationsschwerpunkt auf die Europawahl im Mai. Foto: Jonel

Linnich. Passau, Vilshofen, Karlsruhe – Linnich. Viel haben diese Städte nicht gemein – es sei denn, es ist Aschermittwoch. Dann bilden sie den Rahmen eines besonderen Spektakels. Polit-Posing, Muskel-Spiel vor eigenem Publikum. Wenn die Linnicher SPD zu diesem genüsslichen Ritual lädt, wird dazu traditionell Fisch in Variationen gereicht.

So auch heuer, wenngleich doch einiges anders war als sonst. Gleich mehrere Premieren verzeichnete der Politische Aschermittwoch der Linnicher Sozialdemokraten. Erstmals war das Seniorenwohnheim „Am Mühlenteich“ in Linnich Veranstaltungsort. Wie es sich fügt, ist dort Raoul Pöhler, Kreistagsmitglied und Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Aldenhoven, Hausherr.

Die zweite Premiere betraf die Gastgeberin. Zum ersten Mal schlüpfte Marion Schunck-Zenker in diese Rolle und löste nach der Wahl zur Vorsitzenden des Linnicher Ortsvereins ihren Vorgänger Hans-Friedrich Oetjen auch in dieser Funktion ab.

Als Chef des SPD-Unterbezirks war Dietmar Nietan häufiger Gast der Linnicher Aschermittwochrunde. Erstmals aber stieß er als Bundesschatzmeister der SPD zur Runde der Sozialdemokraten aus allen Ortsvereinen des Nordkreises und aus einer Reihe von Südkreis-Delegationen. Selbstverständlich mit am Tisch nahmen Landtagsabgeordneter Peter Münstermann und Kreistagsfraktionsvorsitzender Josef Johann Schmitz Platz.

Die neue Aufgabe spannt den Dürener Bundestagsabgeordneten kräftig ein. Nietan legte in Linnich nur einen kurzen Zwischenstopp ein und verzichtete sogar auf den appetitlichen Fisch. Er war auf dem Weg zu den Genossinnen und Genossen der deutschsprachigen Gemeinschaft in der Wallonie. Seine Mission: Die rote Fahne schwingen, denn am 25. Mai ist nicht nur Kommunal-, sondern auch Europawahl. Nietan schwor gleich auch die Linnicher Runde auf Europa ein. Zum einen gelte es, den Neoliberalismus der EU-Kommission aufzulösen und Europa wieder sozial-gerechter zu machen.

Nicht zuletzt geht es beim Europawahlkampf auch darum, dem frisch gekürten Spitzenkandidaten der europäischen Sozialdemokratie, dem Würselener Martin Schulz, den Rücken zu stärken. „Er könnte der zukünftige Präsident der EU-Kommission werden“, verdeutlichte Nietan den Einsatz.

Den Parteifreunden in den Kommunen und im Kreis wünschte Nietan Selbstbewusstsein im kommenden Wahlkampf: „ Wir sind im Jülicher Land und im Kreis gut aufgestellt. Wir haben was zu verkaufen. Lasst uns die Ärmel hoch krempeln und den Bürgern sagen: Wir sind das Alternativangebot zu der abgegriffenen und in Arroganz verfallenen CDU.“

Verdienste aufzeigen

Ähnlich kämpferisch zeigte sich Marion Schunck-Zenker. „Wir müssen den Bürgern klar machen, wofür wir stehen“, sagte sie. Dazu sei es notwendig, die Verdienste der Vergangenheit heranzuziehen. In Linnich seien die wichtigen Entscheidungen der zurückliegenden Wahlperiode weitgehend auf die Initiative der SPD zurückzuführen, zitierte die Parteivorsitzende die Geburtshelferrolle der SPD bei der Gründung des Stadtmarketing-Vereins ebenso wie die bei der Stadtentwicklungsgesellschaft.

Auch Hallenbad und Sicherung des Schulstandorts Linnich wie auch Aldenhoven mit der Einrichtung der Gesamtschule seien, wenn auch von den übrigen Fraktionen mit getragen, Initiativleistungen der Sozialdemokraten. Die Führungsrolle beanspruche die SPD in Linnich auch deshalb, weil die „CDU zu sehr mit sich selbst beschäftigt“ sei, um sich mit Linnich zu beschäftigen. Und beim einstigen Partner PKL sei auch nach vier Jahren noch keine klare Linie erkennbar. „Linnich hat viele Baustellen, aber nicht so viel gute Bauarbeiter“, schloss die Parteivorsitzende.

Hausherr Raoul Pöhler ging in seiner kurzen Politabrechnung noch eine Spur deftiger zu Sache als seine Vorrednerin. Die CDU in Aldenhoven, Titz, Jülich und Linnich sei schlicht desolat. „Wir müssen den Bürgern deshalb klar machen: Diesmal dürft Ihr nicht so wählen wie 2009. Gebt uns eine Chance, es besser zu machen.“

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