Die letzte Zuckerrübe in der Jülicher Fabrik ist verarbeitet

Von: Antonius Wolters
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So präsentierte sich die „Weihnachtsmiete“ an Heiligabend: Bis zu elf Meter Höhe waren die Rüben auf dem Hof der Zuckerfabrik gestappelt worden, um die lange Lieferunterbrechung zu überbrücken. Foto: Heinz Leipertz

Jülich. Beim Ende der Rübenkampagne hat die Jülicher Zuckerfabrik eine ziemliche Punktlandung hingelegt. Heinz Leipertz, Leiter der Landwirtschaftlichen Abteilung des Werkes von Pfeifer & Langen hatte den Jahreswechsel als Endtermin der Kampagne vorhergesagt, und tatsächlich wurden im Laufe des Neujahrstages die letzten Feldfrüchte zu Zucker verarbeitet – am 103. Tag der Kampagne.

Die war damit zwar um 30 Tage kürzer als im Vorjahr, hat aber ebenfalls ein überdurchschnittliches Ergebnis beim Rübenertrag von durchschnittlich knapp 80 Tonnen pro Hektar (Vorjahr gut 88) und beim Zuckerertrag erbracht, der, so Leipertz, „mit 17,7 Prozent im Kampagnenschnitt mehr als zufriedenstellend ist“. Kein Witz: Der 11.11. sei der erste Tag gewesen, an dem der Tagesschnitt beim Zuckergehalt der Rüben über 18 Prozent lag, berichtet der diplomierte Landwirt.

Vor dem Finale, dem sich noch einige Tage anschließen werden, in denen aufgeräumt und die Mannschaft alle Aggregate der Fabrik ausgiebig reinigen muss, war ein besonderer Kraftakt zu meistern: Von Heiligabend bis zum „dritten Weihnachtstag“ lief die Fabrik ohne weiteren Rübennachschub kontinuierlich weiter.

Um die ungewöhnliche lange Lieferpause zu überbrücken, war schon am 14. Dezember damit begonnen worden, die süßen Feldfrüchte bis zu elf Meter hoch auf dem Rübenhof aufzustappeln – als „Weihnachtsmiete“ war ein wahres Rübenmeer mit etlichen Wellenkämmen entstanden.

Außerplanmäßige Nachtanfuhr

Da auch diese gewaltige Menge nicht gereicht hätte, um die „hungrige Fabrik“ am Laufen zu halten, setzte die Anlieferung bereits wieder vergangenen Sonntag um 22 Uhr ein, als das Sonntagsfahrverbot für Lkw endete. Zuvor sei das Jülicher Ordnungsamt über die außerplanmäßige Nachtanfuhr informiert worden, berichtete Heinz Leipertz. „Die Fabrik ist gut durchgelaufen“, sei am Ende der Anschluss von neuen zum lagernden Rest alter Rüben gelungen.

Insgesamt sind in Jülich knapp 1,6 Millionen Tonnen Rüben (Vorjahr gut 1,9 Millionen) verarbeitet worden, die in gut 70.000 Fuhren an die Rur gekarrt wurden, nachdem rund 16.400 Hektar Anbaufläche bei „perfektem Wetter“ abgeerntet worden waren. Das führte beispielsweise im Vergleich zu den Vorjahren zu besonders sauberen Rüben, deren Erdanhang im Schnitt nur rund 4,4 Prozent betrug.

Zu dem Urteil, dass „alles easy war während der Kampagne“ habe, so Leipertz, der Umstand beigetragen, dass kein Frosttag die Ernte oder das Wachstum der Pflanzen beeinträchtigt hat, auch wenn im November vorsorglich die Hälfte der Rüben mit Flies unterlagert worden sei, als es kurze Zeit abgekühlt war.

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