Die Leine bedeutet Sicherheit für alle Tiere

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So sollte es sein: Im Wald gehören Hunde abseits der Wege an die Leine. Foto: imago/Garcia

Jülich. Müssen oder sollen Hunde in der dunklen Jahreszeit angeleint werden und wie steht es generell um die Anleinpflicht? Heinz Stüttgen von der Kreisjägerschaft und Arno Emmerich, Leiter des Hegerings Jülicher Land, geben Hundehaltern Orientierungstipps.

„Durch streunende und wildernde Hunde werden immer wieder Wildtiere verletzt oder getötet, besonders in der dunklen Jahreszeit. Auch für Sportler in der Natur ist es zumindest ein großer Schreck, wenn plötzlich ein Hund vor ihnen steht. Zudem ist vermehrt festzustellen, das Hunde mit blinkenden LED-Lämpchen besonders in unserem ländlichen Raum herumstreunen, was zudem zu einer Verunsicherung beim Niederwild führt. Die Hundefreunde sollten bedenken, dass die kleinen LED-Lämpchen in den Halsbändern hochfrequente Töne von sich geben, die im Hörspektrum der Hunde liegen. Eine Warnweste für Hunde, wie sie von Jägern benutzt werden, hat in der Regel den gleichen Nutzen.

Deshalb die Bitte: Beachten Sie die Regeln für das Führen von Hunden in Wald und Feld! Wenn sich jeder an die nachfolgenden Grundsätze hält, ist ein friedliches und vertrauensvolles Miteinander aller Interessensgruppen gewährleistet.

Im Wald müssen Hunde außerhalb von Wegen angeleint sein. Diese Ein­schränkung gilt natürlich nicht für Jagdhunde im Rahmen jagdlicher Tätigkeiten sowie für Polizeihunde. Damit sind Sonntagsspaziergänge in Begleitung eines auf dem Waldweg frei laufenden Hundes gestattet – solange „Bello“ unter Kontrolle seines Führers auf dem Weg bleibt.

Einschränkungen dieser Freiheit können sich im Einzelfall aus Auflagen des Landeshundegesetzes NRW oder entsprechenden örtlichen Regelungen ergeben.

Ein allgemeines Betretungsrecht für die freie Landschaft gibt es in NRW nicht. Allerdings dürfen auch private Wege und Pfade, Wirtschaftswege sowie Feldraine, Böschungen, Öd- und Brachflächen und andere landwirtschaftlich nicht genutzte Flächen zum Zwecke der Erholung auf eigene Gefahr betreten werden, sofern keine anderen Rechtsvorschriften gelten. Auf diesen Flächen (und ausschließlich dort) dürfen Hunde auch unangeleint ihren Führer begleiten, allerdings ist dabei darauf zu achten, dass während der Setz- und Brutzeiten die dort wild lebenden Tiere nicht gestört werden.

Wer also mit seinem Vierbeiner auf einer frisch gemähten Wiese rennen und toben möchte, bedarf zumindest der Einwilligung des Grundstückseigentümers bzw. des Nutzungsberechtigten, der auch eine mögliche Beeinträchtigung des Jagdbetriebes vermeiden wird.

Für Landschafts- und Naturschutzgebiete werden regelmäßig Sondervorschriften festgelegt und bekannt gemacht. Sie beinhalten häufig auch Einschränkungen bezüglich der zu nutzenden Wege und Flächen und können bestimmen, dass Hunde nur angeleint mitgeführt werden dürfen.

Alle Hunde sind so zu halten, zu führen und zu beaufsichtigen, dass von ihnen keine Gefahr für Leben oder Gesundheit von Menschen oder Tieren ausgeht. Eine allgemeine Anleinpflicht gibt es zwar, sie gilt allerdings ganz überwiegend für innerörtliche Bereiche (z.B. Fußgängerzonen und Parks). Große Hunde (mindestens 40 cm, mindestens 20 kg) sind darüber hinaus außerhalb eines befriedeten Besitztums schon auf allen öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen angeleint zu führen. Ausnahmeregelungen gelten für besonders ausgewiesene Hundeauslaufbereiche.

Für so genannte „gefährliche“ Hunde und Hunde bestimmter Rassen (z.B. Pitbull Terrier) gilt außerhalb des befriedeten Besitztums eine grundsätzliche Anlein- und Maulkorbpflicht, also auch beim Spaziergang durch Wald und Feld. Die zuständige Behörde kann aber auf Antrag eine Befreiung von dieser Verpflichtung (für den außerörtlichen Bereich) erteilen, wenn der Hund eine offiziell anerkannte Verhaltensprüfung bestanden hat. Als „gefährliche“ Hunde gelten nach dem Gesetz bereits all jene Hunde, die einen Menschen in Gefahr drohender Weise angesprungen oder unkontrolliert Wild gehetzt haben.

Ob in einer Kommune weitere Einschränkungen beim Spaziergang mit Hund gelten, kann beim zuständigen Ordnungsamt erfragt werden.

Das Landesjagdgesetz regelt unter anderem den Schutz des Wildes vor wildernden Hunden. Dieses Problem kann sich schnell ergeben, wenn ein zunächst nur harmlos frei laufender Familienhund bei seinem Ausflug zufällig auf einen Hasen oder ein Reh trifft und sich bei der Verfolgung völlig der Einwirkung des Führers entzieht.

Jagdschutzberechtigte sind zwar befugt, einen wildernden Hund abzuschießen. Allerdings ist es selbstverständlich, dass dies stets die letzte aller denkbaren Maßnahmen ist. Verscheuchen oder Einfangen des Hundes, ein Gespräch mit dem Hundehalter sind vorzuziehen. Gemäß Landesjagdgesetz ist das unbeaufsichtigte Laufenlassen von Hunden und Katzen eine Ordnungswidrigkeit. Jagdschutzberechtigte dürfen solche Hundehalter anhalten, deren Personalien feststellen und sie anzeigen.

Damit es gar nicht erst zu Problemen kommt, bieten viele Jägerschaften Hilfestellung bei der Ausbildung von Familien- und Begleithunden an. Spitz, Boxer und Co. werden in diesen Kursen schon seit Jahren erfolgreich trainiert. Ein bewährtes Mittel gegen Stress in der Natur – für Mensch und Tier!“

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