Die KG Maiblömche fühlt sich wie im Narrenhimmel

Von: hfs.
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Auch wenn die Zugaberufe für „Kuhl un de Gäng“ nicht enden wollten, die Gesangsgruppe um Frontmann Michael Kuhl (in weißer Weste) nahm sich noch Zeit für ein Selfie mit der Prinzengarde. Foto: hfs.

Lich-Steinstraß. Dudelsackpfeifer zum krönenden Finale? Bei einer Kostümsitzung? Ein eindeutiges zweimaliges Ja werden die sagen, die dies bei der Maiblömche-Sitzung in Lich-Steinstraß erlebten. Denn die Rhine Power Pipe Band spielte „Highland Cathedral“, oder um mit den Bläck Fööss zu singen, „du bes die Stadt, op die mer all je stonn, hey Kölle, du bes e Geföhl“. Gänsehautfeeling pur und manche Tränen in den Augen der Jecken, die da schon über fünf Stunden prächtig unterhalten worden waren.

Bei den Maiblömche spielten sie nicht zu Ehren des Dreigestirns mit Prinz Dieter (Gloystein), Jungfrau Martina (Martin Schütz) und Bauer Christoph (Matzerath), Literat und Vorsitzender Jürgen Vent hatte sie vielmehr zusammen mit den Domstädtern für das Finale gebucht, ein guter, aber gewagter Griff, denn zuvor hatte „Kuhl un de Gäng“ abgerockt.

Da Frontmann Michael Kuhl und seine fünf Kollegen Kölsch mit Pop und Soul-Musik „mischen“, dies mit einer perfekten Show kombinieren, blieb keiner der Jecken auf dem Stuhl. Zugabe auf Zugabe folgte, Sitzungspräsident Mike Schmitz fand kein Gehör zum Abmarsch, und selbst den Musikern machte es mächtig Spaß. Sie fanden sogar noch die Zeit, sich zusammen mit der Maiblömche-Prinzengarde zum „Selfie“ aufzustellen.

15 toll aussehende Mädchen, 15 sympathische Jungs – das ist das Tanzkorps Kammerkätzchen und Kammerdiener. Das Aushängeschild der Alten Kölner KG „Schnüsse Tring“ von 1901 weiß, was die Fans erwarten. So flogen die Mädchen und auch Jungs(!) zu anspruchsvollen Choreographien mit akrobatischen Elementen, verpackt zu aktuellen Stimmungsleidern aus der Narrenhochburg Köln durch die Luft.

Standing Ovationen und die abschließende Rakete waren das Mindeste, mit dem der Maiblömche-Narrentempel die Kölner verabschiedete. Dass das Orchester Markus Quodt diesen Ausmarsch mit der Eurovisionshymne begleitete, mag als Hommage an die „fliegende Truppe“ verstanden werden.

Unters Volk gemischt

Ein Karnevalist durch und durch ist Wicky Junggeburth. Deshalb ist es auch verständlich, dass der 63-Jährige eine Stimmung in einem Zelt „riechen“ kann, kurzum den vorbereiteten Redebeitrag einfach über Bord schmeißt, nicht von oben herab von der Bühne agiert, sondern sich mitten unter die Jecken mischt. Nach dem guten, aber sehr politisch angehauchten Vortrag von Rumpelstilzche Fritz Schopps – seine geschliffenen Pointen von Euro- und Griechenlandkrise erfordern genaues Zuhören, was nach mehr als dreistündigem Sitzungskarneval angesichts der Lautstärke nicht immer möglich ist – „drohte“ Büttenredner Junggeburth unterzugehen.

Flugs packte er die alten Fastelovendshits von Jupp Schmitz, dem Eilemann-Trio, Willy Millowitsch oder den „Heidewitzka-Kapitän“ Horst Muys aus, und schon lief der Jeckenexpress auf Hochtouren. Ebenso begeisterte der wortreiche Erguss der Junggeburth-Klassiker wie auch seine Komposition von „einmol Prinz zo sin“, zu dem Junggeburth das Lich-Steinstraßer Dreigestirn zu sich auf die Bühne bat.

Dort hatten schon die beiden Tanzgruppen der Maiblömche Platz genommen, die „Rabaue“ hatten den ihnen gebührenden Beifall erhalten und die erste Rakete des Abends war gezündet worden für „ne Hausmann“ alias Jürgen Beckers, der als Erster nach dem Einmarsch mit dem Traditionskorps Ehrengarde Köln mit seinen Kalauern von Frau, Schwiegermutter, Schüler aber vor allen Dingen über „der janz normale Alltaach“ den Grundstein dafür legte, dass den Maiblömchen und deren Anhang eine hervorragende Session beschieden sein dürfte.

Denn eingestimmt sind sie nach dieser größten Kostümsitzung im Jülicher Land prächtig. Nicht zuletzt durch de Kölsche Schutzmann Jupp Menth, vor dem keiner, vom Showbiz, über Schlagerbarden bis hin zu Politgrößen, sicher ist. Sie bekommen des Schutzmanns Hohn und Spott zu spüren, fein, manchmal auch derb, aber immer pointenreich, verpackt.

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