Die katholische Antwort auf Luthers Glaubenanliegen

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Jülich. Therese von Lisieux: eine „Luther-nahe Heilige“?! Pfarrer Kurt-Josef Wecker, Theologe und bischöflicher Beauftragter für Wallfahrtspastoral Diözese Aachen hat sich einen interessante Vergleich zwischen der Mystikerin und Karmeliterin Thérèse von Lisieux mit dem Reformator Martin Luther vorgenommen – über Raum und Zeit und Konfessionsgrenzen hinweg.

Wecker hat in seinem Vergleich festgestellt: „Sie vertritt intensiver und leidenschaftlicher als viele andere Heilige einen „evangelischen Katholizismus. Man könnte sagen: die früh verstorbene Karmelitin aus Nordfrankreich gab eine katholische Antwort auf Luthers existenzielles Glaubensanliegen.“

Beiden ging es um persönliche Heilsgewissheit. Beide verwerfen den eigenmächtigen Versuch, sich den Himmel verdienen zu wollen. Das junge Mädchen und der Bibelgelehrte, die vorschnell verkitschte Heilige und der kraftvolle Reformator – die beiden sind bei aller Verschiedenheit „Geistesverwandte“.

Beide haben die Anfechtung, die „Nacht“ des Glaubens erlitten. Beide machen sich frei von Verengungen der Spiritualität. Beide kommunizieren über die Jahrhunderte hinweg miteinander, weil beide nicht losgelassen werden von der Nähe Christi und der Frage: Was will er von mir? Wecker gibt jedoch zu: „Beide sind fremd, Menschen ihrer Zeit. Zu beiden ist der Zugang nicht leicht zu gewinnen, aber wenn man ihn sucht, haben sie uns was zu sagen.“

Kurt-Josef Weckers Vortrag will der bemerkenswerten Nähe der französischen Karmelitin des 19. Jahrhunderts zum Deutschen Reformator Martin Luther und seiner Rechtfertigungslehre in Textbeispielen und in der Nachzeichnung der Vita der französischen Nonne nachgehen. „Die innere Weite, die das Denken dieser Frau trotz der Enge des Karmel gewinnt“, ist für Wecker, „erstaunlich“.

Wie buchstabiert diese junge Frau Luthers Lehre von der „Rechtfertigung des Gottlosen“ allein aus Gnade, allein wegen Christus, allein aus Glauben? Wie überwindet der von ihr vorgezeichnete „kleine Weg“ eine auf Leistung und Bußübungen, auf pharisäi-sches Vollkommenheitsstreben und selbstquälerische Sühne ausgerichtete Frömmigkeit?

Wer Interesse an dieser sicher spannenden Annäherung hat, ist herzlich am Mittwoch, 12. Juli, um 18 Uhr ins Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Düsseldorfer Straße 30 eingeladen. Es ist keine Gebühr zu entrichten. Die Evangelische Erwachsenenbildung bittet um eine kurze Anmeldung unter Telefon 024619966-0 oder per E-Mail an eeb@kkrjuelich.de.

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