Die Jugend legt nicht mehr auf die Zielscheibe an

Von: gre
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Allein auf dem Schießstand.
Allein auf dem Schießstand.

Jülicher Land. „Wer die Jugend hat, hat die Zukunft.” Aber wie setzt man diese These in seinem Verein um? Mit diesem Problem beschäftigten sich jüngst auch die Vereinsvertreter auf der Herbstdelegiertentagung des Bezirksverbandes der Schützen.

Tatsache ist, dass fast alle Bruderschaften mit einem Mitgliederschwund bei der Jugend zu kämpfen haben. Einige wenige haben das Problem mit dem Fahnenschwenken gelöst, zum Beispiel St. Mauritius Freialdenhoven. Andere, die die Jugend über den Schießsport an sich gebunden haben, stehen ab einem bestimmten Alter der Jugendlichen vor dem Umbruch.

Bei den historischen Schützen gelten Jugendliche bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres als Schülerschützen. Bis zu diesem Zeitpunkt dürfen sie aufgelegt schießen. Danach beginnt für sie das Freihandschießen. Erst ab 45 - bei den Damen ab 40, im Bezirksverband ab 35 - dürfen sie das Sportgerät auflegen. Kaum ein Jugendlicher ist bereit, mit der Waffe freihand zu zielen. Schon das Auflageschießen bedarf einer gewissen Übung, will man Erfolg haben.

„Um freihändig erfolgreich zu sein, muss man sich schon quälen”, das bestätigte Siggi Eitze von der Sebastianus-Schützenbruderschaft Hoengen, der seit vielen Jahren zu den erfolgreichsten Sportschützen zählt, und nun den Schwund bei den Jugendlichen beklagt. Er regt an, das Auflageschießen auch in den Jugendklassen zuzulassen. „Natürlich müssen wir sie zum Freihandschießen anhalten. Das ist die Krone des sportlichen Schießens”, räumt er ein. Doch so ohne weiteres wird der Gedanke nicht Tat werden. „Das bedarf reiflicher Überlegungen”, so Bezirksbundesmeister Christian Klems, der selbst aktiver Schütze war.

Vielleicht geht die Ursache weiter zurück bis in die 1980/90er Jahre, als man den Schülern das Auflageschießen gestattete. Zuvor hatten diese nur die Möglichkeit, freihändig zu schießen. Viele schafften damals beachtliche Erfolge. 12- und 13-jährige Knirpse aus unserem Raume errangen damals über mehrere Jahre Titel bei den Landes- und Bundesmeisterschaften und durften sogar zur Deutschen Meisterschaft, natürlich nicht ohne sich vorher im Training gequält zu haben.

Ein kleines Häuflein

Eines ist bemerkenswert: Während in den 1970er Jahren bei den jeweiligen Bezirksmeisterschaften die Jugendklassen die stärkste Beteiligung aufzuweisen hatten, sieht das heute völlig anders aus. Im vergangenen Jahr nahmen lediglich fünf Jugendliche aus Rödingen an diesen Meisterschaften teil.
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