Die Jülicher Börse für alte "Schätzchen"

Von: ptj
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Ein „Schmankerl“ wird auf der Bücherbörse gleich zweimal angeboten und ist schnell vergriffen: Das humoristisch-satirische Bismarck-Album „Kladderadatsch“ aus 1890.

Jülich. Über „noch mehr Anbieter als im vergangenen Jahr“ und den hohen Anspruch der 27. Jülicher Bücherbörse hat sich Guido von Büren, Vorsitzender des veranstaltenden Jülicher Geschichtsvereins (JGV) gefreut – in Kooperation mit dem Museum Zitadelle und dem Förderverein Stadtbücherei. 29 Anbieter hatten sich angemeldet, drei davon aus gesundheitlichen Gründen abgesagt.

Zu den Ausstellern zählten Geschichtsvereine aus Eschweiler, Kreuzau, Niederzier, Rödingen und Titz mit eigenen Publikationen, der Förderverein Forschungszentrum, der Freundeskreis Stadtarchiv und etliche Einzelanbieter.

„Nach langer Abstinenz wieder dabei“ war Buchhändler Wolfgang Hommel, mit antiquarischer Regionalliteratur und Publikationen aus dem Hause Fischer, darunter Hommels Neuerscheinung „Jülich handelt“. Wie in den letzten Jahren war mit Michael Kuhn und Judith Vogt auch der Ammianus Verlag Aachen vertreten. Kuhn las aus der preisgekrönten „Karl Anthologie“, die er gemeinsam mit Judith Vogt herausgab. Letztere nahm in ihrer Lesung ihre Neuerscheinung „Verbranntes Land: Eburonenlied II“ zur Hand.

Der JGV hatte neben seinem „besonderen Schmankerl“, Uwe Cormanns Neuerscheinung „So schön war Jülich“ (wir berichteten), rund 50 Festschriften für Carl Bacciocco in Kommission genommen. Dieser hatte sein Domizil von Jülich nach Köln verlegt.

„Weil man sie nur bei bestimmten Festivitäten bekommt“ sind Vereinsfestschriften von den frühen 50er Jahren bis vor wenigen Jahren auf jeden Fall eine Rarität. Mit Unterstützung des Veranstalters waren die Einzelanbieter Robert Claßen, Martin Fröhlich und Andreas Kitz mit ihrer Literatur mit dem Schwerpunktthema Erster und Zweiter Weltkrieg vertreten.

Nachdem sich der Beginn des Ersten Weltkrieges 2014 zum 100. Mal jährte, hatte sich Kitz mit dem Themenschwerpunkt „Königlich preußisches Reserve Infanterie Regiment 68“ beschäftigt und Feldpost, Tagebücher, Fotos und anderes Material aus dem Nachlass eines Regimentsangehörigen aus Oberzier gesammelt. Nachweislich dienten Soldaten aus dem gesamten Kreis Düren in diesem Regiment. Ins Auge fielen auch Grafiken, Radierungen und Kupferstiche mit Motiven aus dem alten Jülich.

Einige Schätzchen hielt der Niederzierer Antiquar Dr. Siegfried Bushuven bereit, darunter „Kunstdenkmäler der Rheinprovinz für den Kreis Jülich“ von Karl Franck-Oberaspach und Edmund Renard, eine Ausgabe aus dem Jahr 1902. Gleich zweimal fand sich in der Bücherbörse die erste Auflage des humoristisch-satirischen Bismarck-Albums „Kladderadatsch“ aus 1890, das sehr schnell vergriffen war.

Beim Durchblättern fällt die Karikatur „Der bewaffnete Friede“ auf Bismarck als Kanzler des Norddeutschen Bundes ins Auge, der bewaffnet unter einer mit Gewehren umzäunten Palme steht. Umlagert wird er unter anderem von Napoleon III. und der welfischen Schlange, allesamt in tierischer Gestalt gezeichnet. „Man wandelt nicht ungestraft unter Palmen“ ist die Karikatur unterschrieben.

Die erstmals länger geöffnete Bücherbörse war gut besucht, viele interessante Werke fanden Abnehmer.

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