Kreis Düren - Die Hitze macht dem Jülicher Wald zu schaffen

Die Hitze macht dem Jülicher Wald zu schaffen

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
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Ein typisches Bild im Moment: Die Buchenblätter sind früher als sonst braun gefärbt. Zudem weisen sie Milben- und Pilzbefall auf. Foto: Landesbetrieb Wald und Holz/Niesar

Kreis Düren. Das Wetter kann es niemandem Recht machen. Den Bäumen im Wald im Moment am aller wenigsten. „Der viele Sonnenschein und die Hitze im Moment – das bedeutet für den Wald enormen Stress“, sagt Konrad Hecker, Leiter des Forstamtes Rureifel-Jülicher Börde, das für 40.000 Hektar Wald zwischen Wassenberg und Rott sowie Aachen und Jülich zuständig ist.

 Dieser Stress hat mehrere Nebenwirkungen. Unter anderem die, dass im Selfkant die Waldbrandindexstufe vier von möglichen fünf erreicht wird. „Die Gefahr, dass es Flächenbrand im Wald geben kann, ist im Moment sehr hoch“, sagt Hecker.

Der Kreis Düren, der bis auf Nideggen, Heimbach, Kreuzau, Vettweiß und Nörvenich auch in Heckers Zuständigkeit fällt, hat Glück. Glück, dass es in den Höhenlagen der Eifel mehr Wasser, weil mehr Regen gibt. Und weil die Jülicher Börde bis an den Fuß der Eifel von Lössboden durchzogen ist. Der speichert viele Nährstoffe und Wasser. Der sandige Boden in Richtung Selfkant macht das nicht in der Qualität. Deswegen ist die Feuergefahr dort höher.

Das ändert nichts daran, dass man im Moment extrem aufpassen muss mit Zigarettenkippen, Lager- und Grillfeuern in der Natur. Der Bewuchs am Boden ist vertrocknet, die Blätter in den Baumkronen sind trockener als üblich zu dieser Jahreszeit. „Ein Feuer am Boden oder in den Kronen alleine breitet sich nicht weit aus. Wenn beides brennt, dann drohen große Flächenbrände“, sagt Hecker.

Der Stress für die Bäume besteht darin, dass sie über die Blätter schwitzen wie Menschen, um die Hitze auszugleichen. Das kostet Energie und Wasser. Also werfen die Bäume Blätter ab, solche, die schon braun geworden sind, aber auch grüne. In den vergangenen Tagen beobachteten die Förster das aufgrund der Hitze verstärkt. Der Herbst kommt, augenscheinlich aufgrund der hohen Temperaturen schneller als sonst.

Schädlings- und Pilzbefall

Besonders die Buche habe zu kämpfen, da sie derzeit sehr viele Samen produzieren, was zusätzlich Energie kostet. Stark betroffen sind die Buchen an Waldrändern, die mehr Sonnenschein abbekommen. „Das ist dann eine echte Doppelbelastung“, sagt Hecker. Sind die Bäume so gestresst wie im Moment, dann sind die Folgen von Schädlings- oder Pilzbefall um so schwerwiegender.

Das werde auch an den Eschen deutlich, die hier vor allem in der Ruraue zu finden sind. Sie werden von kleinen Pilzen befallen. Eschentriebsterben heißt das Phänomen, dass die Blätter zu früh fallen lässt.

Einen Vorteil hat die anhaltende Hitze. Der Boden ist trocken, die Mitarbeiter des Forstamtes können Holz aus dem Wald rücken. Das war im Winter nicht möglich, weil der Boden nicht langfristig genug gefroren war und im Frühjahr und Sommer nicht, weil der Boden zu nass war und der zu befürchtende Flurschaden zu groß.

Spätestens zum Wochenende soll sich das Wetter ändern. „Einmal Regen hilft nicht. Das Wasser ist direkt weg. Wenn aber einmal alles richtig durchnässt ist, dann wird auch der frühe und schnelle Herbsteffekt wieder ausgeglichen“, erklärt Hecker. Der Wald hat also Stress. Aber in Panik ist er noch nicht ausgebrochen.

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