Titz - Die Gemeinde Titz ist auf Zuwachs eingestellt

Die Gemeinde Titz ist auf Zuwachs eingestellt

Von: hfs.
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Haben nicht nur die möglichen Baugrundstücke im Auge, sondern verfolgen auch vor Ort die aktuelle Bauentwicklung im Neubaugebiet „Hinter den Gärten“: Bürgermeister Jürgen Frantzen, Technischer Beigeordneter Stephan Muckel und Ramona Braß vom zuständigen Bauamt. Foto: hfs.

Titz. „Im Moment haben wir eine sehr schöne Entwicklung in der Gemeinde“, sagt der Titzer Bürgermeister Jürgen Frantzen mit Blick auf die steigende Einwohnerzahl und die stetige Nachfrage nach Baugrund. Dem trägt die Landgemeinde Rechnung, die zahlreiche Baugebiete entwickelt hat.

Nach derzeitigem Stand könnten insgesamt rund 250.000 Quadratmeter dafür in Beschlag genommen werden. Das hat zur Folge, dass mehr als 260 Eigenheime entstehen könnten. Die Nachfrage nach „bezahlbaren Grundstücken“ ist da.

„Fast täglich kommen bei mir Anfragen. Insbesondere junge Familien aus den Ballungszentren Köln, Düsseldorf oder Neuss wollen sich informieren lassen. Darauf sind wir vorbereitet“, sagt Stephan Muckel, der als Technischer Beigeordneter mit Ausschuss-Sachbearbeiter Michael Biermann, Fachbereichsleiter Michael Müller und dem Bürgermeister in den letzten Monaten mögliche Baugebietsentwicklung hinsichtlich Standortkriterien wie Lage, Erschließung oder Infrastruktur in den Siedlungsschwerpunkten Titz, Rödingen-Höllen, Bettenhoven sowie den mittelgroßen Ortschaften wie Hasselsweiler, Opherten, Ameln, Jackerath, Müntz und Gevelsdorf erkundet hat.

Die Einwohnerzahl steigt stetig

Dass die Landgemeinde der Nachfrage gerecht werden will, ist keine Frage. Denn – so wird von der Verwaltungsspitze hervorgehoben – es sei insbesondere die Entwicklung der Einwohnerzahl, die solche Erhebungen notwendig mache. Zurzeit liegt Titz nach eigener Fortschreibung bei 8600 Einwohnern. „Das entspricht aber nicht der Landesprognose“, korrigiert Franzen hier die „amtlichen Zahlen“ des Landes. „Da ist man von einer Einwohnerzahl bis 2014 von 8100 ausgegangen, doch das Gegenteil ist der Fall. Und sie steigt auch flüchtlingsbereinigt.“

Warum das so ist, dies hat nach Auffassung von Jürgen Frantzen mehrere Gründe. Zum einen nennt er den Lagevorteil. „Wir sind sozusagen zum Speckgürtel geworden, im positiven Sinne. Wenn vor 15 Jahren jemand aus Köln in einen Speckgürtel zog, dann kam er in Kerpen, von Düsseldorf aus gesehen in Korschenbroich an.“ Soll heißen, der Siedlungsdruck hat mittlerweile auch Titz erreicht. „Dadurch sind wir zum Mittelpunkt zwischen Köln, Düsseldorf und Aachen geworden“, ergänzt Muckel.

Dies dürfte sich im kommenden Jahr mit dem Neubau des Autobahnkreuzes Jackerath und der Freigabe der A 44 noch steigern. Ein weiteres Kriterium der Nachfrage, Neubürger in Titz zu werden, ist nach Auffassung des Bürgermeisters die Tatsache, dass die Grundsteuer B nicht so hoch wie in benachbarten Kommunen ist. „Durch einen ausgeglichenen Haushalt ist bei uns der Druck nicht so hoch“, bezieht Frantzen dies auch auf die Gebühren der Gemeinde, ausgenommen die für die Abwasserbeseitigung, „wofür wir aber nicht zuständig sind“. Da die Haushaltszahlen insgesamt so erfreulich seien – erwartet werden keine exorbitanten Gebührensprünge – seien es vor allem die sehr moderaten Grundstückspreise.

Während nur in der Ortslage Titz 125 Euro pro Quadratmeter für ein erschlossenes Grundstück zu zahlen seien, lägen die in allen anderen Ortschaften bei rund 95 Euro. Rechnerisch ist es damit in der Gemeinde Titz möglich, mit vier Jahresgehälter zum Eigenheim zu kommen. Ergo: moderates Steuerniveau, günstige Grundstückspreise und sinnvolle Investitionsprojekte, wie beispielsweise die Schaffung der Primusschule – Originalton Frantzen: „Die brummt total“ – führten dazu, dass im zuständigen Baufachbereich die Anfragen bezüglich Eigenheim steigen.

Auch wenn der Bürgermeister nichts vom Spruch zu „Investitionen in die Zukunft“ hält: Die Gemeinde ist auf Zuwachs nicht nur eingestellt, sondern auch in der Lage, diesem gerecht zu werden. „Wir haben Entscheidungen getroffen, die junge Familien brauchen.“ Ob die Breitband-Versorgung – ist bis auf die Außenhöfe abgeschlossen – oder die Erweiterung des Nahversorgungszentrums, wo Titz mit einem Investor im Gespräch ist. Es führt nach Auffassung von Stephan Muckel dazu, dass junge Familien, die sich einmal in Titz niedergelassen haben, bleiben. „Wir verzeichnen viel weniger Wegzug, dafür um so mehr Zuzug.“

Das mache sich positiv in der Einkommensentwicklung bemerkbar, was die Statistik eindeutig belege. Lag die Landgemeinde vor sechs Jahren in NRW in der Landesliste auf Platz 101, kletterte sie 2010 auf Platz 72 und wird in der aktuellen auf Rang 48 geführt. So mit sind die Einkommen in Titz nicht nur überdurchschnittlich hoch, sondern sie haben sich auch besser entwickelt als im Landesdurchschnitt.

28 Hektar Bauland im Angebot

Das geht einher mit positiven Sozialdaten und einer geringen Arbeitslosenquote. Diesem Trend „hin zu Titz“ wird durch die weitere Baulandausweisung entsprochen, was dazu geführt hat, dass die Gemeinde insgesamt rund 250 000 Quadratmeter anbieten kann. Dieses Angebot hat die Bezirksregierung Köln mit ihrer siedlungsbezogenen Kennzahl sogar mit 28 Hektar beziffert. „Das hat uns wirklich überrascht“, lacht Stephan Muckel.

So steht die Gemeindeverwaltung Gewehr bei Fuß, denn die vorhandenen Baugebiete laufen zusehendst voll. Bei einer Vorlaufzeit bis zum ersten Spatenstich von rund drei Jahren ist der Handlungsdruck also groß. So steht im Herbst sollen die Vergabeentscheidung für den 2. Erschließungsabschnitt „Hinter den Gärten“ auf dem Plan, der insgesamt 33 Baustellen umfasst. 2018 soll ein Baugebiet in Jackerath in die Vermarktung genommen werden, und noch im Herbst über die Änderung von Ortsabrundungen neue Baugebiete in Gevelsdorf, Ralshoven und Hompesch in Angriff genommen werden. Mit dem gleichen Prozedere stehen 2018 Müntz und Has-selsweiler an.

Dass die Gemeinde Titz städtebaulich noch „etwas tun muss“, wird ebenfalls von der Verwaltungsspitze betont. Unter diesem Aspekt wird auch der gemeinsame neue Standort von Freiwilliger Feuerwehr und gemeindlichem Bauhof am Ortseingang von Titz aus Richtung Jackerath gesehen.

Dass auch das Angebot mit Kinderbetreuung und Schulen bei der Entscheidung, nach Titz zu ziehen, eine große Rolle spielt, sagt Muckel ebenso deutlich. „Denn solche Fragen schließen sich bei den Telefonaten direkt der ersten Frage nach Baugrundstücken ab. Obwohl, und dies ist interessant, die Leute gezielt auch nach möglichen Grundstücken in unseren Ortschaften fragen.“

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