Jülich - Die Gemeinde begrüßt ihren neuen Pfarrer

Die Gemeinde begrüßt ihren neuen Pfarrer

Von: ptj
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Segnung und Sendung des neuen Pfarrers Dr. Udo Lenzig (5.v.l.) im Kreis seiner Amtsschwestern und -brüder. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe unter euch habt.“ Dieses Bibelwort aus dem Johannesevangelium hatte Dr. Udo Lenzig für seine Einführungsansprache als neuer Pfarrer der Christuskirche ausgewählt.

Es war ein bewegender Gottesdienst, in dem Christen aus drei Konfessionen einmütig miteinander beteten und sangen. Bevor Superintendent Jens Sannig Dr. Lenzig als neuen Pfarrer aussandte und segnete, sprachen evangelische, freikirchliche und katholische Geistliche und Lehrerkollegen dem neuen Pfarrer Segnungsworte zu – in prägnanter oder ausführlicher Form. Die Gläubigen in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche hörten zudem zwei Predigten, die inhaltlich aufeinander aufbauten.

Sannig begann mit den gemeinhin an Christen gestellten Erwartungen, darunter „ein besonderes Maß an Demut und Bescheidenheit, Barmherzigkeit und Mitleid“. Ist das immer zu erfüllen? Schon der Apostel Petrus, „spürte eine gewisse Spannung zum Evangelium und machte sich zum Sprecher vieler“, als er Jesus die Frage stellte. „Wir oft muss ich meinem Bruder, der an mir sündigt, vergeben? Siebenmal?“ Jesu Antwort lautete: „Nicht siebenmal, sondern siebzig mal siebenmal!“

Sannig brachte die Kernbotschaft der Rechtfertigungslehre auf den Punkt, „die wir den Menschen zuzusprechen haben: Wie Gott mir, so ich dir. Die vergebende Befreiungstat Gottes zuzusprechen, bleibt Aufgabe von Pfarrerinnen und Pfarrern“, betonte der Superintendent. Er vergaß nicht, einen aktuellen Nebenaspekt anzusprechen: „Flüchtlinge verachten und abweisen, geht nicht damit zusammen, dass Gott mich angenommen hat.“

Nun sei die (Schul)Klasse des langjährigen Lehrers „etwas größer geworden, die Aufgabe gleichgeblieben: Der Gemeinde mit den liebenden vergebenden Augen Gottes zu begegnen“. Der neue Pfarrer predigte über das „Miniaturdrama“ aus dem Lukasevangelium, bei dem der Pharisäer im Mittelpunkt zu stehen scheint. Selbstgerecht dankt er Gott, „dass ich nicht bin wie die anderen Leute, Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser“. Damit meint er den Zöllner, den „Jesus abseits stehen lässt“. Dieser wagt nicht, seine Augen zu heben und betet: „Sei mir Sünder gnädig.“

Nach der „paulinischen Rechtfertigungslehre“ hätten beide aus der Gnade Gottes gerechtfertigt nach Hause gehen müssen. Weil aber Jesus nicht Paulus sei und dem Pharisäer das Entscheidende gefehlt habe, nämlich die Liebe, findet nur der Zöllner Gnade vor den Augen Gottes. Natürlich sei nicht gemeint, „alle Konflikte mit dem Zuckerguss der Liebe zu überschütten“.

Aber auch, wenn in der Sache beharrlich gestritten werde, „immer im Gegner den Nächsten sehen“, dazu forderte Lenzig auf. Abschließend stellte er die biblische Szene dar, wie sie im Dialog miteinander so hätte ausgehen können, dass „beide gerechtfertigt nach Hause gingen“. Spontaner begeisterter Applaus belohnte die erste offizielle Predigt des neuen Pfarrers.

Nach den ansprechenden Gesängen des Gospelchores unter Leitung von Organist Helmut Kleinbauer brachten drei frisch gebackene MGJ-Absolventinnen mit ihrer wunderschönen Interpretation des „Hallelujah“ von Leonard Cohen „das Mädchengymnasium in die Christuskirche“, eine liebevolle Geste für Lenzig, der mehr als 20 Jahre als Religionslehrer dort tätig war. Ein Empfang im Bonhoeffer-Haus vollendete die Einführungsfestlichkeiten.

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