Die ganze Bandbreite aus Rock und Pop

Von: ptj
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Mut und Gelingen: Gisa Stein (
Mut und Gelingen: Gisa Stein (Mitte) und Nico Wenzl springen, begleitet von Virginia Lisken an der Gitarre, für eine „stimmlose” Kollegin ein und ernten reichlich Applaus. Foto: Jagodzinska

Jülich. Sänger und Gitarrist Stefan Strittmatter, dem die Noiseless-Veranstalter ein Benefizkonzert gewidmet hatten, zeigte sich gleichzeitig „sehr überrascht und fand es gut”, als Virginia Lisken ihn im Vorfeld über das Konzert informierte.

Auch deshalb, weil „Jülich immer ein gutes Pflaster ist”, wo Stimmung und Wohlfühlfaktor harmonieren. Der an Knochenkrebs erkrankte Musiker fühlt sich nach der zweiten Chemotherapie „ganz gut” und spielte gleich in drei Formationen mit.

So eröffnete er mit Lisken an seiner Seite das Konzert im Bonhoeffer-Haus mit einem seiner selbst geschriebenen, gefühlvollen Balladen „Ohne euch”. Später ließ das Duo ein zweites romantisches, ebenfalls reichlich beklatschtes Stück nach Neil Young-Manier folgen: „Es lohnt sich”. Von Text und Feeling her schienen die Lieder dem traurig/hoffnungsvollen Anlass entsprungen, doch aus Strittmatters Feder waren in einer kreativen Nacht lange vor der Erkrankung ganze 14 Lieder am Stück entstanden.

Noch jung ist die Band „Three 4 Folk”, die im Mai am selben Ort ihr Debüt gefeiert hatte. „Rhymes and Reasons” von John Denver oder „Joline” von Dolly Parton zählten auch diesmal zum Repertoire von Linda Lanzrath, deren Stimme seit der Premiere deutlich selbstbewusster geworden ist, und den Gitarristen Guido Heinen und Michael Clemens (letzterer anstelle von Stefan Stahn).

Mit viel Applaus ging auch das Duo „Dropouts” alias Wolfgang Weides (Gesang/Gitarre) und Dummer Kurt Berresheim von der Bühne mit einem eigenständigen und harmonischen Folk/Pop-Mix. Besonders beeindruckten die Musiker im schnellen Surf-Rock-Instrumental „Wipe out” von den Surfaris. Nicht weniger überzeugten die beiden Grevenbroicher Gitarristen Ralf Hausmann und Ingo Schmitz im Zwillingslook mit Stücken wie „Foggy Haze” oder „Behind blue eyes” von „The Who”.

„Noisless meets Jülich” geplant

Ab dem nächsten Jahr ist laut Lisken, die ihre musikalischen Wurzeln in Grevenbroich hat, eine „Noiseless meets Jülich”-Veranstaltung, wechselweise in beiden Städten geplant. Weil Simone Dorau-Schweika zurzeit keine Stimme hat, musste das mit Lisken formierte Duo „Serious Moonlight” ausfallen.

Spontan eingesprungen waren Gisa Stein und Nico Wenzl, die bei der Veranstaltung „Raise your voice” ihren ersten Auftritt hatten. Einfühlsam begleitet von „Gina” Lisken auf der Gitarre, sangen sie alleine oder zweistimmig wunderschön in wechselnden Stimmlagen „Wish you were here” von Pink Floyd oder „Twist in my Sobriety” von Tanita Tikaram. Gewohnt professionell unterhielten „Gina” und Michael Clemens mit zum Teil neu aufgelegten „Favorite Songs”, das Noiseless-Pubikum.

Ein super unplugged Konzert mit Strittmachers Bands, die nicht unterschiedlicher sein könnten, waren Höhepunkt und Abschluss: Die Düsseldorfer Hardrocker „Noble Rot” und die „Band mit der Maus”. Die Hardrocker begeisterten unter anderem mit „Heats gonna roll” und „Discover you”, dem Stück, das es als erstes unplugged auf Platte geschafft hat.

Mit dabei ist der Jülicher Drummer und Cajón-Spieler Johannes Lisken. Letztere ernteten nicht weniger Beifall mit ihrem echt gespielten Deutschrepertoire, das die ganze musikalische Rock-Pop-Regae-Bandbreite abdeckt. Aus Krankheitsgründen spielten sie in „XS” -Formation, aber wie immer „mit Lust und Laune”. Sänger und Keyboarder Dirk Schlott ist neben „Stritt” der zweite „großartige Songwriter” des überaus gelungenen Abends.
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